Immer mehr Ärzte sind von der Low-Carb Ernährung überzeugt und setzen diese im Rahmen ihrer Behandlung ein. Dr. Andreas Eenfeldt präsentiert die ersten 103 Ärzte, die sich der kohlenhydratarmen fettreichen Ernährung (LCHF) verschrieben haben und mit ihrem gesamten beruflichen Ethos dafür einstehen. Damit dokumentieren sie, dass sich diese Ernährung in der Praxis bewährt hat und wissenschaftlich abgesichert ist. Die meisten kommen aus der anglo-amerikanischen Welt. Kein Wunder, dort boomt die ketogene Ernährung und die Ärzte beginnen sich mit ihr anzufreunden. In Europa gehen die Uhren langsamer. Nur ein Arzt aus Deutschland ist vorläufig mit dabei. Christian Selig, der „Ketoarzt“ hat seine Praxis in der Nähe von Würzburg und zeigt sich als Präventivmediziner mit Schwerpunkt Low-Carb Ernährung.

Keine Frage, demnächst werden weitere folgen.

Die angeführten Ärzte bestätigen, dass die Low-Carb-Keto-Ernährung nicht nur ihren Patienten, sondern auch ihnen selbst gut tut.

Mit dieser öffentlichen Stellungnahme dokumentieren die Ärzte, dass die ketogene Ernährung im Rahmen der Medizin ungefährlich und wirksam ist, in einer Zeit, in der man häufig hört, dass die ketogene Ernährung wegen des Mangels an Kohlenhydraten eine gefährliche Modeerscheinung darstelle.

Im Artikel von Anne Mullens, auf der Seite von DietDoctor werden sechs Gründe angeführt, warum diese Liste von Ärzten wichtig ist:

Aus dem Englischen ins Deutsche übertragen von Robert Schönauer

  1. Die Patienten brauchen die Hilfe von sachkundigen und ermutigenden Ärzten

Millionen von Menschen mit Diabetes, Übergewicht, metabolischem Syndrom, hohem Blutdruck und anderen chronischen Krankheiten, könnten von einer kohlenhydratarmen Ernährung profitieren. Allein in den USA haben schätzungsweise mehr als 80% der erwachsenen Bevölkerung metabolische Probleme – das sind etwa 200 Millionen Menschen.

Zusammen mit dem Rest der Welt sind das geschätzte ca. 1 Milliarde Menschen. Wie erfahren diese Massen, dass es Hilfe gibt, solange ihre Ärzte Angst haben, sie zu informieren oder beim Versuch eines Low-Carb Ansatzes nicht auf sie eingehen? Es ist leider eine Tatsache, dass viele medizinische Fachkräfte den Patienten von Low-Carb abraten.

Ohne die Unterstützung und Zuspruch ihrer Ärzte gibt es für Millionen von Menschen keine Chance, ihre Gesundheit durch Veränderung ihrer Essgewohnheiten zu verbessern. Für Patienten, die auf Medikamente angewiesen sind, ist die Hilfe ihres Arztes besonders wichtig. Es geht nicht nur darum die Dosierung der Medikamente anzupassen, sondern auch darum, ihren gesundheitlichen Fortschritt zu dokumentieren.

Diese Liste von Ärzten ist ein Beweis dafür, dass medizinische Einrichtungen auf dem Weg sind, Patienten bei ihrer Lebensstiländerung zu unterstützen. Sie kann Ihnen dabei helfen, einen LCHF-Arzt in der Nähe zu finden, der sie beraten kann.

  1. Sicherheit in Zahlen

Noch vor einem Jahr wurden führende Low-Carb-Ärzte, wie Dr. Tim Noakes in Südafrika und Dr. Gary Fettke in Australien, in zermürbende und stressige Verfahren verwickelt. Man drohte ihnen mit dem Entzug der ärztlichen Befugnis. Erfreulicherweise wurden beide letztendlich rehabilitiert, aber beide mussten unruhige Zeiten mit Stress und Erniedrigung durch dieser quasi-gerichtlichen Prozesse bestehen. Für Noakes dauerte die Tortur mehr als vier Jahre.

Die wachsende Zahl von angesehenen und etablierten Ärzten, die sich namentlich für die Veröffentlichung zur Verfügung stellen, bildet eine Aufwertung der medizinischen Behandlung durch Ernährung und verringert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Ärzte ähnlichen Verfahren stellen müssen. Die Anzahl von vorläufig 103 Ärzten gibt weiteren Ärzten Mut zur Veränderung und die Sicherheit, auf der richtigen Seite zu stehen.

  1. Unterstützung und Ermutigung für Ärzte, die sich unsicher, angreifbar oder isoliert fühlen

Anfang März waren mehr als 100 Ärzte auf der Low-Carb Konferenz in Denver. Einige von ihnen haben sich weder als Ärzte registriert, noch haben sie ihren Beruf als Arzt auf ihrem Namensschild angegeben. Warum? Sie waren noch nicht sicher, ob sie sich als Arzt  offiziell der Low-Carb-Bewegung anschließen sollten. Sie kamen um zu lernen, Fragen zu stellen und die nötige Sicherheit zu erlangen, um die kohlenhydratarme Ernährung in der Praxis anzuwenden. Einige erzählten, dass medizinische Kollegen aus ihren Praxen oder in ihren Krankenhäusern vehement gegen eine Ernährung mit niedrigem Kohlenhydratanteil, der s.g. die ketogenen Ernährung auftraten.

Eine Ärztin, die das Diabetes-Programm in ihrem Krankenhaus leitet, beschrieb die heftige Opposition von Endokrinologen, Kardiologen und Diätassistentinnen an ihrem Standort gegen eine kohlenhydratarme Ernährung. Sie sammelte Fakten, suchte Unterstützung von anderen Ärzten, beschaffte Daten und Forschungsergebnisse, mit denen sie Argumente für eine Durchsetzung der Low-Carb-Ernährung im Rahmen ihrer praktischen Behandlungsmöglichkeiten einsetzen konnte. Sie sagte:

„Ich muss alles auf eine Reihe bringen; wenn ich versuche, Low-Carb zu früh unserem Krankenhaus aufzunötigen, könnte ich aus dem Diabetes-Programm fliegen. Die Opposition ist so stark.“

Bewaffnet mit dieser wachsenden Liste, insbesondere mit den Namen von Medizinprofessoren, Leitern von Diabetes-Programmen und anderen medizinischen Eliten, können isolierte und schutzlose Ärzte die nötige Unterstützung erhalten, und skeptische Kollegen beeindrucken. Oder sie fassen Mut mitzumachen, wenn sie wissen, dass eine wachsende Anzahl angesehener Ärzte hinter ihnen steht.

  1. Die Tötung des Drachens macht den Weg frei für eine gesündere Medizin

Weniger essen, mehr bewegen! Das haben wir alle schon zum Überdruss gehört! Seit Jahrzehnten ist es das vorherrschende Ernährungsdogma. Und wenn wir trotzdem übergewichtig wurden, dann hielten wir uns einfach nicht daran. Der Ratschlag muss stimmen, der Patient ist das Problem!

Viele Ärzte auf der Liste schildern, dass dieser Rat nie funktioniert hat, weder für ihre Patienten noch für sie selbst. Auch Ärzte haben mit ihrem Gewicht und ihrer Gesundheit zu kämpfen. Auch ihnen ist es peinlich, dass sie, als ausgebildete Ärzte, nicht verhindern konnten, fettleibig zu werden oder an Diabetes zu erkranken, obwohl sie Kalorien zählten und regelmäßig Sport trieben.

Mit der zufälligen Entdeckung der ketogenen Ernährung oder einfachen Reduktion der Kohlenhydrate, begannen sie das konventionelle Ernährungs-Dogma in Frage zu stellen.

Bei der Recherche für sein neues Buch über Low-Carb Ärzte berichtet Gary Taubes über diese Enttäuschung, die auch den Ärzten nicht erspart bleibt.

Um sich von einem Dogma zu lösen, muss dieses Dogma auf irgendeine Weise versagen.

Taubes weist darauf hin, dass die meisten Ärzte und Personen, die sich für Low-Carb begeistern, eine tiefgreifende „Bekehrungserfahrung“ durchgemacht haben.

„Diese Umstellungserfahrung ist so mächtig, dass sie die Ernährungsempfehlungen der Gesundheitsorganisationen übersteigt. Sie stellt alles in Frage, was ihnen bisher gesagt wurde.“

Und wenn mehr Ärzte diese Erfahrung machen und aus dem Schatten treten und danach handeln? Dann erfolgt die Tötung des Drachens, der den Weg für neue Erkenntnisse versperrt hat.

  1. Die Öffentlichkeit soll wissen, dass ketogene Ernährung sicher und effektiv ist – auch ohne die Unterstützung eines Arztes!

Der Umstieg zu einer low-carb-ketogenen Ernährung ist auch ohne ärztliche Begleitung möglich. Vor allem dann, wenn Sie zu jenen Menschen gehören, die keine Medikamente einnehmen. Sie können auf kohlenhydratarme Ernährung vertrauen, ohne dass ein Arzt ihren Gesundheitszustand überwachen muss. (Trotzdem kann es Sie bestärken, von einem Arzt betreut zu werden, um sicherzustellen, dass sich Ihre Gesundheitsmarker erwartungsgemäß entwickeln.)

Sind die Menschen wirklich mutig genug, der Low-Carb Ernährung im Selbstversuch eine Chance zu geben? Vielleicht der eine oder andere, wenn er die lange Liste von Ärzten entdeckt, die von dieser Ernährung Gebrauch machen.

Die Unterstützung durch Ärzte wird die öffentliche Wahrnehmung verändern, dass nämlich die ketogene Ernährung kein verrücktes oder lächerliches Experiment ist; sie genießt vielmehr die Unterstützung einer wachsenden Zahl von Ärzten, auch wenn der eigene Arzt davon immer noch keine Kenntnis hat.

  1. Erneuerte Freude an der Medizin, erneuertes Vertrauen in die Kraft einer effektiven Gesundheitsversorgung

Diese mehr als 100 Zeugnisse von Ärzten sind inspirierend und lebensbejahend. Viele Ärzte beschreiben ihre neu gewonnene Liebe zum Berufs und die Freude, wie sie den Patienten dabei helfen, Medikamenten abzusetzen oder chronische Erkrankungen umzukehren. Sie schwärmen von Low-Carb, der Keto-Medizin. Sie haben wieder Freude an ihrer Arbeit.

Allgemein gilt das Burnout unter Ärzte als ernstes Problem. In tausenden medizinischen Fachartikeln wird es erörtert. Kürzlich durchgeführte Umfragen gehen davon aus, dass fast 50% der praktizierenden Ärzte in den USA das Gefühl haben, ausgebrannt oder deprimiert zu sein.

Als Burnout-Symptome gelten emotionale Erschöpfung und der Verlust von Interesse und Begeisterung für den Beruf. Sie zeigt sich in Entfremdung, die mit einer negativen Haltung und Zynismus gegenüber den Patienten einhergeht, in Unzufriedenheit mit der Karriere, in einem Gefühl verminderter persönlicher Leistungsfähigkeit und in geringem Selbstwert.

Den weit verbreiteten Selbstzweifeln oder der Unzufriedenheit der Ärzte kann eine Begeisterung gegenübergestellt werden, die Ärzte mit Low-Carb erleben.

Dr. Evelyne Boudua-Roy, eine von ihnen, hat im Herbst 2017 mit über 100 anderen kanadische Low-Carb-Ärzten in der Huffington Post einen Artikel veröffentlicht. Darin heißt es:

„Was sehen wir in unseren Kliniken: Die Blutzuckerwerte sinken, der Blutdruck sinkt, chronische Schmerzen lassen nach oder verschwinden, die Lipidprofile verbessern sich, genauso wie die Entzündungsmarker, die Energie steigt, das Gewicht sinkt, der Schlaf wird besser, die Darmprobleme werden gemindert. Die Medikation wird nach unten angepasst oder sogar eliminiert, wodurch die Nebenwirkungen für die Patienten und die Kosten für die Gesellschaft reduziert werden. Die Ergebnisse, die wir mit unseren Patienten erzielen, sind beeindruckend und dauerhaft“.

Wäre das nicht für jeden Arzt eine aufregende und lohnende Herausforderung? Darauf kann man wetten! Die Aussage von Dr. Jeremiah Eisenschenk, einem Hausarzt in Brainerd Minnesota, bestätigt das:

„Die kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung hat mein klinisches Interesse an der Behandlung von Diabetes, Fettleibigkeit und anderen chronischen Erkrankungen, die mit Insulinresistenz zusammenhängen, wieder aufleben lassen. Meine Patienten auf ihrer Reise dahin zu führen, dass sie ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihre Vitalität durch die Verschreibung von echten Lebensmitteln wiedererlangt haben, bringt mir größte Freude. Die transformativen Auswirkungen dieses Lebensstils zu sehen, hat mir Hoffnung auf die zukünftige Gesundheit unserer Patienten und Gesellschaft gegeben“.

Zitate von Dr. Andreas Eenfeldt, der diese Liste erstellt hat:

„Es ist beeindruckend, wie diese Liste von Ärzten Gestalt annimmt. Es sind Ärzte, die ihre Patienten dazu befähigen, ihre Gesundheit durch eine evidenzbasierte Lebensstilintervention deutlich zu verbessern“.

 „Diese Ärzte haben den Mut, sich zu äußern, denn es ist wichtig, auch wenn der Streit weiter geht. Ihr Beispiel kann anderen Ärzten helfen, ihr Wissen zu nutzen, und letztendlich Millionen von Menschen zu einem besseren Leben verhelfen.“

„Wir freuen uns, weitere Low-Carb-Ärzte aus der ganzen Welt begrüßen zu dürfen. Im letzten Monat habe ich den größten Teil meine Arbeit der Zusammenstellung dieser Seite gewidmet – mit Ärzten gesprochen, E-Mails versandt, ihre einzigartigen LCHF-Erfahrungen gesammelt und bin ihnen auch auf Low-Carb Konferenzen begegnet. Ich fand ihre Arbeit mitreißend und lehrreich“.

„Dies ist der Grund, warum ich mich glücklich schätze, diese Liste von Ärzten erstellen zu können. Es gibt mir Hoffnung und Freude für die Zukunft der Patientengesundheit“.

Vollständige Liste: Ärzte, die Low Carb oder Keto empfehlen

Medical doctors recommending low carb or keto

Sind Sie Arzt und möchten Sie sich unserer Liste anschließen? Schicken Sie Ihre Zeugnisse, hochauflösende Fotos und Erfahrungen aus der Praxis, an Anne Mullens, anne.mullens@dietdoctor.com

 

Quellen:

https://www.dietdoctor.com/low-carb-doctors-proud-to-be-counted-six-reasons-why-it-matters-to-world-health

https://www.huffingtonpost.ca/evelyne-bourdua-roy/low-carb-high-fat-is-what-we-physicians-eat-you-should-too_a_23232610/