Eine neue Studie zeigt: die ketogene Ernährung verbrennt zehnmal so viel Fett wie eine Standardernährung, sogar im Ruhemodus und auch ohne Training!

Wenn wir abnehmen und schlank bleiben wollen, müssen wir fast alles vergessen, was wir bisher gehört haben.

Neben erwarteten Ergebnissen, war die große Überraschung für Wissenschaftler der Universität Minnesota, in welchem Ausmaß die fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung der Stoffwechsel auf Turbo brachte. Der Grundumsatz, das ist die Stoffwechselrate im Ruhemodus, stieg sprunghaft an. Egal ob sich die Studienteilnehmer abmühten, der Körper schaltet nur bei ketogener Kost auf Fettverbrennung um. Die Studie bestätigte, dass hartes Training nicht viel zum gesundheitlichen Erfolg und Gewichtsverlust beiträgt.

Gemäß dem biblischen Motto: Psalm 127,1

„Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; was recht ist, gibt der HERR denen, die er liebt, im Schlaf“.

Praktiker der LCHF (Low Carb High Fat) Ernährung bekennen sich zu dieser Botschaft: es gibt ein genussvolles Leben im Einklang mit unseren in der Evolution angepassten Genen.

Das Studiendesign:

Forscher der Universität Bethel in Minnesota studierten 30 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren. Bei allen war zuvor ein metabolisches Syndrom, Prä-Diabetes oder Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden.

Das metabolische Syndrom ist der medizinische Begriff für eine Reihe von Auffälligkeiten – erhöhter Blutdruck, hoher Blutzucker, überschüssiges Körperfett um die Taille und abnormaler Cholesterinspiegel – die in kompletter Form das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Diabetes erhöhen.

 Ihr BMI lag über 25, der Taillenumfang über 95 cm bei Männern und 81 cm bei Frauen, alles Anzeichen von Übergewicht. Der Körperfettanteil lag bei über 30 Prozent, dem Doppelten eines schlanken Menschen.

Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Zehn Wochen lang verzehrte die erste Gruppe täglich weniger als 30 Gramm Kohlenhydrate und trainierte nicht (ketogene Ernährung nach striktem LCHF).
  • Die zweite Gruppe aß weiterhin ihre normale amerikanische Kost auch ohne Training.
  • Die dritte Gruppe aß genau wie gewohnt, absolvierte jedoch an drei bis fünf Tagen pro Woche, jeweils 30 Minuten ein hartes Trainingsprogramm.

Das Ergebnis:

Nach zehn Wochen zeigten die Ergebnisse, dass die ketogen ernährte Gruppe auch ohne Training die größten gesundheitlichen Gewinne hatte.

Alle Parameter sprachen für die ketogene Ernährung im Vergleich zur US-amerikanischen Standardkost, mit oder ohne speziellem Trainingsprogramm. Besonders auffällig: Auch im Ruhezustand war die Stoffwechselrate bei der ketogenen Gruppe zehnmal höher als bei den Teilnehmern mit US-Standardkost

Die Autoren schrieben:

 „Alle Variablen für die ketogene Gruppe übertrafen diejenigen der Trainings- und Nichttrainingsgruppen, wobei fünf von sieben Variablen eine statistische Signifikanz aufwiesen.“

Signifikant bessere Ergebnisse lieferte die ketogene Kost bei Gewicht, Körperfettanteil, Body-Mass-Index (BMI), Blutzuckerspiegel und Ketone, die Fett abbauen.
Besonders überrascht hat die Wissenschaftler, dass die Stoffwechselrate im Ruhezustand – die Rate, mit der Ihr Körper Energie verbrennt, wenn er sich vollständig ausruht – mehr als zehnmal so hoch war, wie bei einer Standarddiät.

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Diabetes and Metabolic Syndrome veröffentlicht.


Training als Allheilmittel für das Abnehmen, hat ausgedient. Bewegung ist selbstverständlich wichtig und gesund. Vor allem dann, wenn sich der Körper von seinem ärgsten Übergewicht befreit hat. Damit kommt Freude auf und das Verlangen wächst. Abnehmen beginnt mit einer Ernährungsumstellung, vor allem dem Ersatz von Kohlenhydraten durch natürliches Fett. Anstrengende Übungen sind nicht das Allheilmittel.

Das Ergebnis ist für Experten keineswegs überraschend. Auch Studien von längerer Dauer und mit einer größeren Teilnehmerzahl haben diese Ergebnisse zu Tage gefördert. Im Unterschied zu diesen liegt hier eine kleine und feine randomisierte Interventionsstudie vor, die so manche große Beobachtungsstudie ergänzt.

Dazu gibt es jede Menge persönliche Fallgeschichten (Fachsprache: „Anekdoten“) von Menschen, die sich jahrelang nach Atkins, Paleo oder LCHF ernährt haben. Erfreulich, dass immer wieder Medienstars an der  kohlenhydratarmen und fettreichen Ernährung Gefallen finden. Siehe DailyMail:

Is this why Kim Kardashian and Rihanna are fans?

Weiter Quellen:


Zusammenfassung (open access) der Studie (Übersetzung von Robert Schönauer):

Induzierte und kontrollierte diätetische Ketose als Regulator von Fettleibigkeit und metabolischen Syndromen.

(Induced and controlled dietary ketosis as a regulator of obesity and metabolic syndrome pathologies)

In: Diabetes & Metabolic Syndrome: Clinical Research & Reviews, Voume 11, Issue null, Pages S 385-390; Madeline K. Gibas, Kelly J.Gibas

Diabetes & Metabolic Syndrome: Clinical Research & Reviews, Volume 11, Issue null, Pages S385-S390
Madeline K. Gibas, Kelly J. Gibas

Bethel University in Arden Hills, Minnesota

Abstract

Eine sich verschärfende Epidemie von Diabetes und seinen Vorboten, dem metabolischen Syndrom (MetS), vernichtet Amerika. Ein gesundes Individuum mit einer funktionierenden Glukose-Regulation kann zwischen Verbrennung von Fett und Kohlenhydraten wechseln.

Es wurde angenommen, dass Signalisierungsfehler innerhalb dieses homöostatischen Systems (im Gleichgewicht befindlich) zur Entstehung des metabolischen Syndroms beitragen können. Als Kennzeichen dafür gilt eine beeinträchtigte Umschaltung der Verbrennung von Glucose zu Verbrennung von Fett, als Reaktion auf Insulin, die bereits vor der Entwicklung von Typ-II-Diabetes auftritt.

Die Glukoseregulation erfolgt durch Wiederherstellung der Insulinsensitivität. Unterstützend wirkt dabei eine klinisch regulierte gutartige diätische Ketose. Diese kann die krankhaften Veränderungen, die das metabolische Syndrom und Fettleibigkeit gemeinsam haben, signifikant verringern, verbessern und heilen.

Die Studie untersuchte, ob eine verlängerte Beibehaltung der induzierten und kontrollierten physiologischen Ketose die durch das metabolische Syndrom induzierten krankhaften Prozesse umkehren würde, einschließlich einer Verringerung der Fastentriglyceride, des BMI (Body Mass Index) und der Körperfettmasse (BFM), des Gewichts, einer signifikanten Abnahme und / oder Normalisierung von Hämoglobin A1c (HgA1c), einer Erhöhung der Stoffwechselrate im Ruhezustand (RMR) und der Anzahl der Blut-Ketone.

Eine Gruppe von 30 Erwachsenen, die zuvor von ihrem Hausarzt mit dem metabolischen Syndrom diagnostiziert worden waren, wurden nach dem Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugewiesen: eine dauerhafte ketogene Diät ohne Bewegung, einer standardisierten amerikanischen Diät (SAD) ohne Bewegung oder dieser amerikanischen Diät mit Trainingseinheiten von 30 Minuten an 3-5 Tagen pro Woche. Die Ergebnisse zeigten, dass die Veränderung im Zeitverlauf von Woche 0 bis Woche 10 in der ketogenen Gruppe signifikant besser waren (p = 0,001), in Bezug auf Gewicht, Körperfettanteil, BMI, HgA1c und Ketone. Alle Variablen für die ketogene Gruppe übertrafen diejenigen der Trainings- und Nichttrainingsgruppen, wobei fünf von sieben eine statistische Signifikanz aufwiesen.