Die Ernährungsregeln zur Behandlung von Diabetes sind in Bewegung und sorgen für Schlagzeilen in den Medien. Mit jeder neuen Studie zur kohlenhydratarmen Ernährung werden die Irrtümer der letzten Jahrzehnte mehr und mehr bewusst. Es lässt sich nicht mehr verheimlichen, dass Diabetes-Typ-2 von einem Übermaß an Kohlenhydraten verursacht wird. Diese zu reduzieren erhöht die Chance auf Heilung oder zumindest auf Unterbrechung des Krankheitsverlaufs.

Auf dem Spiel steht die Gesundheit von Millionen von Menschen, die mit einfachen Mitteln ohne Medikamente ihren Krankheitsverlauf unterbrechen, ja sogar heilen können, und das alles ohne Medikamente. Nutznießer sind nicht nur Patienten sondern alle Steuerzahler und die Versicherten. Die einzigen Verlierer: die Pharmakonzerne.

Seit Veröffentlichung der Ernährungsrichtlinien durch das amerikanische Landwirtschaftsministerium (sic! Nicht Gesundheitsministerium) in den 1970-er Jahren hat eine Epidemie an Übergewicht und Folgekrankheiten die zivilisierte Welt erfasst. Spät aber doch werden die mahnenden Stimmen gehört, die es schon immer gab, aber regelmäßig zum Schweigen gebracht wurden.

Die Debatte wird erneut durch einen aktuellen Artikel von Paul Gallagher in der britischen Online Ausgabe von INews angeheizt.

Read more at: https://inews.co.uk/news/health/low-carb-diet-type-2-diabetes-lifespan/

Er nimmt Bezug auf eine Studie vom Juli 2018, veröffentlicht im American Journal of Clinical Nutrition . Ihr Titel lässt aufhorchen:

„Ist Low-Carb die beste Behandlung zur Remission von Diabetes?“

(Is low carb the best treatment for reversing diabetes?) Die Studie kommt zum Schluss: „höchstwahrscheinlich Ja!“

Die Abkehr von  kohlenhydratreichen und fettarmen Ernährungsformen ist unumgänglich. Es hat sich eindeutig erwiesen, dass dadurch keine bedrohlichen Erkrankungen verursacht werden.

Das Rad hat sich also um 180 Grad gedreht. In der Forschung und in der klinischen Praxis hat man erkannt, dass eine kohlenhydratarme fettreiche Ernährung die beste First-Line-Behandlung für die Umkehrung von Diabetes von vorrangiger Bedeutung ist. Wenn diese Einsicht auch umgesetzt wird, können Millionen von Menschen, die bisher von Medikamenten abhängig waren, von diesen wieder los kommen.

Diese Studie ist zwar nicht von hoher Qualität und die Ergebnisse sind nach strengen wissenschaftlichen Kriterien nicht besonders aussagekräftig. Hier werden Beobachtungsdaten von geringerer Qualität zusammengefasst, die widersprüchlich und ungeeignet sind, Kausalitäten nachzuweisen.

Aber etwas Interessantes lässt sich herausfinden:

Der HbA1c Wert (ein Marker für den Langzeitblutzucker) sank bereits bei einer Einschränkung der Kohlenhydrate auf durchschnittlich 40 Prozent der Energieaufnahme. Selbst mit 40% Kohlenhydrat-Anteil, einer eher geringen Reduktion, zeigten die kohlenhydratarmen Diäten eine bessere Wirksamkeit zur Reduktion des Langzeitblutzuckers (HbA1c) als fettarme Diäten.

Die Studienautoren sind der Ansicht, dass eine Reduktion der Kohlenhydrate auf 40 Prozent bereits einer Low-Carb-Ernährung entspricht.

Das trifft auf die Ernährungsgewohnheiten in den USA zu, wo doch der Anteil der Kohlenhydrataufnahme beim Durchschnitt zwischen 60 und 70 Prozent liegt. Wenn sich Menschen von Fertignahrung verabschieden und sich bewusst gesünder ernähren und dabei mit natürlichen, frischen Lebensmittel selbt kochen, reduziert sich automatisch der Anteil der Kohlenhydrate in der Ernährung. Das allein hat eine Verbesserung der Gesundheitsdaten zur Folge, wie man die Studie interpretieren kann. Die Erfolge sind demnach wohl nicht allein auf die Low-Carb-Ernährung zurückzuführen.

Immerhin bestätigt die Studie ein weiteres Mal: weniger Kohlenhydrate und mehr Fett sind ein wirksames Mittel zur Vorbeugung und Verbesserung von Diabetes.

Mit ketogener Ernährung zu durchschlagenden Erfolgen!

Wenn wir mehr über die Zusammenhänge von Ernährung und Diabetes Typ-2 wissen wollen, sollten wir uns hochwertige Interventionsstudien über längere Zeiträume mit mehr Probanden ansehen. Diese gibt es unter anderem bei Virta Health, über die bereits auf diesem Blog berichtet wurde.

So z.B. eine 10-Wochen- und eine 1-Jahres-Studie von Dr. Hallberg. Ihre sehr niedrige  Kohlenhydrat-Intervention (unter 5%) zeigte bei 83% der Probanden eine Reduktion des Langzeitblutzuckers (HbA1c) von 7,6 auf 6,3%. Dieses Ergebnis wird umso bedeutender, wenn man bedenkt, dass bei 94% der Patienten das Insulin eliminiert oder zumindest reduziert werden konnte.

Dazu Blogbeitrag:

Das Problem dabei?

Eine Reduktion der Kohlenhydrate auf 5 Prozent und Fettaufnahme von ca. 70 Prozent verlangt eine dramatische Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten und setzt Vertrauen und intensive medizinische Betreuung voraus. Übergewichtige und Diabetiker benötigen ein enges Netz an Überwachung und Zuwendung. Bei Virta Health wurde ein digitales Betreuungssystem entwickelt, so dass Ärzte und geschultes medizinisches Personal für die nötigen Rahmenbedingungen sorgen.

Bei uns sind die Patienten, wenn sie sich auf ketogene Ernährung einlassen, noch weitgehend auf sich allein gestellt. Wie lange noch?

Dr. Bret Scher kommentiert die Studienlage auf dietdoctor.com:

„Wir sollten uns auf qualitativ hochwertige Interventionsstudien, wie die von Virta Health, konzentrieren, um klare Aussagen zu treffen. Die besten wissenschaftlichen Studien bestätigen die Anwendung einer kohlenhydratarmen Ernährung als First-Line-Behandlung für Menschen mit Diabetes. Es ist an der Zeit, das Paradigma für die Behandlung von Diabetes zu ändern, denn die Wissenschaft zeigt uns den Weg“.

Mehr über Virta Health auf diesem Blog

Artikel:
iNews: Low carb diet ‘should be first line of approach to tackle type 2 diabetes’ and prolong lifespan

Homepage von Virta Health