Am Symposium der Deutschen Gesellschaft für Evolutionäre Medizin und Gesundheit (EMG) in Gießen am 29. Sept. 2018 werden Fragen aufgeworfen, denen Mediziner normalerweise aus dem Weg gehen. Hochrangige Experten aus Deutschland, Österreich, Ungarn und den USA stellen ihre Forschungsprojekte vor. Eine besondere Auszeichnung erhält diese Veranstaltung durch die Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung für Ärzte (8 Punkte der Klasse A).

Anmeldung und Programm:

https://evolution-medizin-gesundheit.org/2018/03/23/symposium-2018-der-emg/

Die Einladung ergeht aber auch an medizinisch interessierte Laien, die sich mit der Wirkung einer ketogenen, also sehr kohlenhydratarmen Ernährung, auseinandersetzen wollen.

Die Evolution hat bisher noch keinen festen Platz in der Aus- und Weiterbildung der Ärzte und Ernährungsmediziner. Die EMG bietet den Teilnehmern mit ihrem hochkarätigen Programm die Möglichkeit, ihr Gesundheitswissen fernab festgefahrener medizinischer Leitlinien zu überdenken.

Eine Wissenschaft vom Menschen, welche die Prinzipien der natürlichen Auswahl (Selektion) und Anpassung an sich stets verändernde Umweltbedingungen außer Acht lässt, ist nicht komplett. Die  evolutionäre Anpassung erfolgt nicht in wenigen Generationen, sondern in Zeiträumen von zehn- bis mehreren hunderttausend Jahren. Die neolithische Revolution, der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht vor ca. 10 000 Jahren, war ein einschneidendes Ereignis. Es war zwar für die rasante Vermehrung der Spezies Mensch ein Vorteil, nicht aber für die Gesundheit, Widerstandskraft und Langlebigkeit.

Es gibt keine einfache Lösung dieser Probleme, schon gar nicht in globalem Maßstab. Jeder ist für sich in der Lage in seinem eigenen Bereich Lösungen zu suchen und zu handeln. Die Wahl einer Ernährung und eines Lebensstils, an den unser Körper optimal angepasst ist, kann die Gesundheit positiv beeinflussen, sodass Medikamente und Arztbesuche von geringerer Bedeutung werden.

Liegt die Lösung für die Zukunft der Medizin in der fernen Vergangenheit?

Wenn jetzt die Medizin dieses Wissen, das in unseren Genen gespeichert ist, nützt, sind revolutionäre Veränderungen möglich, sowohl für den Einzelnen, als auch für komplexe Gesundheitssysteme.

Die Diskussion ist im Gang. Sie begann vor Jahrzehnten mit anekdotischen Einzelfällen von Menschen, die sich der Paleo-oder Atkins-Ernährung verschrieben. Sie wird jetzt von der Wissenschaft mit modernen Langzeitstudien an großen Gruppen weitergeführt. Erfolge bei Stoffwechselkrankheiten, wie Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Alzheimer oder Krebs treiben die Forschung an.

Welche Menge und welche Art der Kohlenhydrate gesund ist, muss auf Grund der Werbemethoden der Lebensmittelindustrie heute wieder neu definiert werden. Eine medizinische Wissenschaft, die die Evolution einbezieht, kann wesentlich zur Lösung beitragen.

Das ist die Aufgabe des Symposiums für Evolutionäre Medizin und Gesundheit am 29. September in Gießen.

Es ist sehr erfreulich, dass die Veranstalter die Finanzierung und mögliche Interessenskonflikte der Sponsoren offen legen. Durch ihre Beiträge können die Tagungsgebüren niedrig gehalten werden. Siehe Anmerkung auf der Progammseite.

Siehe auch Blogartikel „Evolutionäre Rundschau… Die Zukunft in unseren Knochen. – Weitergedacht von Robert Schönauer“