Natürliches Essen, regionale Herkunft mit jahreszeitlichen Schwerpunkten. Alles was auf heimischen Feldern und in Gärten wächst, geht das? Diese Frage beantworten zwei Foodbloggerinnen mit Rezepten und ein Paleo Experte ergänzt mit grundsätzlichen Gedanken aus der Paleo-Theorie. Ein ideales Dreigestirn aus Praxis und Wissenschaft.

Die Autoren finden für jede Jahreszeit die passenden Beilagen, die meisten wachsen auch in unseren eigenen Obstgärten, auf einer Terrasse oder sogar am Fensterbrett.

Was für ein Kochbuch besonders auffällt ist der Beitrag über intermittierendes Fasten. Die Autoren haben nicht vergessen, dass auch Nahrungsknappheit zur Gesundheit der Menschen beigetragen hat. Nicht umsonst heißt ein Spruch, der aus der Steinzeit stammen könnte: „Hunger ist der beste Koch“.

Zur Bestellung:

Monica Schlatter und Nadja Reinmann, www.kochennachpaleo.ch

Constantin Gonzalez, www. paleosophie.de

Die Autoren haben viele gesunde Kräuter, die in der Natur frei verfügbar sind, in ihr Programm aufgenommen, wie jetzt im Frühling Löwenzahn, Brennnesseln oder Bärlauch. Dazu erhalten wir aus Gartenbau frische Artischocke, Spargel und Kohlgemüse, das den Winter überdauert hat.

Ein gelungenes Buch, das auf dem richtigen Verständnis von Paleo aufbaut und Beispiele für gutes Essen liefert.

Bild: Robert Schönauer

Gezüchtetes Obst und Gemüse kein Widerspruch zu Paleo

Gedanken zur Evolution unserer Nahrung von Robert Schönauer

Es wäre eine Illusion, zu glauben, wir hätten recht viele Lebensmittel zur Verfügung, die auch von Jägern und Sammlern verspeist wurden. Am ehesten ist das noch bei Jagdwild der Fall. Wie sieht das aber bei Obst und Gemüse aus?

Früchte und Gemüsesorten, die uns völlig vertraut vorkommen, haben nicht immer so ausgesehen und geschmeckt wie heute.

Genetisch modifizierte Lebensmittel, oder GMOs, stehen im Zentrum der Kritik. Die Menschen haben die Gene ihrer Lieblingsspeisen über Jahrtausende verändert und verbessert. So manche davon waren völlig ungenießbar, bis sie von Menschenhand zu essbaren Lebensmittel gezüchtet wurden.

Während GMOs eingebaute Gene von anderen Organismen enthalten (wie Bakterien) um den Pflanzen gewünschte Eigenschaften zu vermitteln, wie Resistenz gegen Pestiziden, ist die selektive Züchtung ein langsamer Prozess, bei dem  die Bauern Pflanzen mit ausgewählten Eigenschaften über lange Zeitabstände anbauen.

Melonen:

Ein Gemälde von Giovanni Stanchi aus der Renaissance zeigt eine völlig andere Wassermelone als wir sie heute kennen. Sie bestanden aus 6 Dreiecken mit eingebetteten Fruchtkörpern.

Bananen:

Die ersten Bananen wurden spätestens vor 7000 Jahren im heutigen Papua Neuguinea kultiviert. Heutige Bananen stammen von zwei wilden Arten (musa acuminata und usa balbisiana), die große Samenkörner hatten, wie auf diesem Bild dargestellt.

Auberginen (Melanzani):

In ihrer Geschichte kamen Auberginen in einer Vielzahl von Arten und Farben vor, weiß, azurblau, violett oder gelb, wie die hier gezeigten. Die frühesten Züchtungen stammen aus China. Einfache Arten hatten Stacheln an der Stelle, wo der Stiel in die Frucht übergeht. Durch selektive Zucht verschwanden die Stacheln und es entstanden größere violette Arten, die heute bekannt sind. Auch Zucchini sind Erfolg dieser Züchtung.

Karotten:

Die Bauern züchteten diese dünne weiße Wurzel, die einen starken Geruch hatte und nur alle zwei Jahre blühte, zu dieser geschmackvollen orangen Wurzel, die als ideales Wintergemüse gilt.

Mais:

Das Musterbeispiel für selektive Zucht ist der nordamerikanische Zuckermais, der aus der kaum genießbaren Teosinte Pflanze gezüchtet wurde. Natürlicher Mais, wie hier gezeigt, wurde um 7000 v.u.Z. domestiziert und war trocken wie eine Kartoffel. Der heutige Mais ist 1000-mal größer als der vor 9000 Jahren, viel leichter zu schälen und anzubauen. Die moderne Sorte besteht zu 6,6 % aus Zucker, verglichen mit 1,9 % bei Naturmais, worauf der Chemiker James Kennedy hinweist: https://jameskennedymonash.wordpress.com/2014/07/14/artificial-vs-natural-watermelon-sweetcorn/