Der Coca-Cola Konzern stößt in Großbritannien mit seiner vorweihnachtlichen Werbekampagne auf heftigen Widerstand. Da auf der Werbetour zuckerhaltige Getränke an Kinder und Jugendliche verteilt werden, haben einige Städte, wie London, Liverpool, und Leicester beschlossen, diese Trucks von den Adventmärkten fernzuhalten.

Public Health England weist darauf hin, dass derartige Süßgetränke für die „besorgniserregende Häufung von Fettleibigkeit und Karies bei Kindern“ verantwortlich sind. Auch sei es besonders beunruhigend, das die Werbetrucks auch in einigen der ärmsten Gebiete des Landes Halt machen, wo doch der Zusammenhang zwischen krankmachendem Übergewicht und sozialer Benachteiligung gut belegt ist.

Die Initiative startete mit einem Protestbrief von Jamie Oliver und der Organisation „Sugar Smart“, die Coca-Cola auffordert, Wasser statt zuckerhaltige Getränke auszuschenken. Diesem Protest schlossen sich bisher Behördenvertreter und Gemeinderatsmitglieder aus 28 Kommunen an.

So schreibt der liberaldemokratische Abgeordnete Richard Kemp in einem offenen Brief an die Geschäftsleitung des Einkaufszentrums Liverpool:

„Der Besuch von Coca-Cola sollte nicht stattfinden. Sie müssen sich nur umschauen und werden sehen, dass sich Liverpool in einer Epidemie der Fettleibigkeit befindet – 30 Prozent unserer Elfjährigen sind übergewichtig, fünf Prozent klinisch. Bis zu 60 Prozent unserer Erwachsenen sind übergewichtig.“ Zitat heute.at

Wie man in Großbritannien sieht, ist Widerstand gegen die Zuckerindustrie möglich und auch teilweise erfolgreich. Siehe Blogbeitrag: Zuckersteuer auf Soft-Drinks ab 2018! Auch wenn diese Steuer nicht viel Geld in die staatlichen Kassen spülen wird, sie trägt auf jeden Fall zur Bewusstseinsbildung bei. Die Anfänge sind gemacht, es bleibt noch viel zu tun!

Wie sieht es bei uns aus? Hier haben die Coca-Cola Trucks noch freie Bahn. Das öffentliche Bewusstsein ist noch nicht soweit geschärft um Proteste zu erzeugen. Die Zuckerindustrie hat die öffentliche Meinung noch fest im Griff. Abwarten, ob der Widerstand der Bevölkerung auch bei uns von der Basis kommt und ein Gesicht wie Jamie Oliver hervorbringt. Die zahlreichen deutschsprachigen Low-Carb-Paleo Blogs sind eine Informationsquelle und Starthilfe. Nicht anders hat es in England auch vor ca.10 Jahren begonnen. Der Auszug der Coca-Cola-Trucks könnte zum Einzug eines besseren Ernährungsverhaltens beitragen.

Ein Hoch dem heimischen Glühwein und Weihnachtspunsch. Wohl reich an Zucker und Alkohol, sollte er nur an Erwachsene abgegeben werden. In Mengen ist aber die Wirkung dieser wärmenden Getränke nicht weniger schädlich.

Quellen:

Radio Dresden: Widerstand gegen Coca-Cola-Truck-Tour

BBC: Leicester MP Keith Vaz urges Coca-Cola Christmas truck tour to avoid city (Der Parlamentsabgeordnete Keith Vaz aus Leicester verlangt von Coca-Cola mit seinem Weinnachtstruck der Stadt fernzubleiben).

Heute.at: Fettsucht: Liverpool will Coca-Cola-Weihnachtstruck verbieten