Mag. Robert Schönauer

 

Ich bin pensionierter Lehrer, habe die Fächer Geschichte und Sport studiert und an einer österreichischen höheren Schule unterrichtet.

Im Jahre 2008 hatte ich ein einschneidendes Erlebnis. Eine Darmoperation und fortgesetzte Verdauungsprobleme zwangen mich zu Experimenten mit verschiedenen Diätformen, u.a. auch mit kohlenhydratarmer Ernährung. Zu meinem Erstaunen verbesserten sich einige Symptome ganz rasch, was mich richtig neugierig machte.

Hat mir „gesunde Ernährung“ eher geschadet als genützt? Lagen die grundsätzlichen Ernährungsempfehlungen falsch? Ich wollte mehr wissen und landete in Schweden.

Mein Glück war die Zweisprachigkeit Deutsch – Schwedisch. In der Heimat meiner Gattin, einer gebürtigen Schwedin, erlebte die Low Carb High Fat (LCHF) Bewegung ab 2000 gerade einen großen Aufschwung. Ein naher Verwandter war Teil einer Gruppe von Experten und entdeckte ein gesundes Leben mit Gewichtsabnahme, Reduktion von Medikamenten und als Bestätigung, hervorragende Blutwerte. Ich ließ mich von seiner Begeisterung anstecken.

Ich hatte zunächst ein Problem. Eine Ernährung mit Verzicht auf Kohlenhydrate erleichterte zwar meine Verdauung, machte aber nicht satt. Wie konnte ich diese Ernährung optimieren? Was fehlte?

 

Ein kleiner Hinweis von schwedischen Bloggern und aus Fallgeschichten genügte: Ich brauchte mehr Fett!

Durfte ich mich wirklich von Fett satt essen? Was würde mein Hausarzt sagen, wie meine Blutwerte reagieren? Konnte ich all die gängigen Ernährungsratschläge, Fettarm und wenig Fleisch, viel Beilagen, Getreide und Obst, ungestraft über Bord werfen?

 

Studien, die im Internet verfügbar sind, zeigten mir sehr rasch, dass sich in Ernährungsfragen weltweit große Grundsatzdebatten abspielten, die in deutschsprachigen Medien kaum Resonanz fanden. Mit Ausnahmen von Dr. Wolfgang Lutz („Lutz Diät“) oder Dr. Nicolai Worm („LOGI Methode“) gab es im deutschen Sprachraum nur wenige Autoren zur kohlenhydratarmen Ernährung. Ganz anders in den USA! Vor allem Schweden war gerade dabei, die Welle der Atkins / Low Carb / Steinzeitkost neu zu entdecken und auf wissenschaftliche Basis zu stellen. Dabei wurden die guten Erfahrungen mit Kohlenhydratreduktion bestätigt und um einen entscheidenden Faktor erweitert. Natürliche, tierische Fette liefern viele wichtigen Nährstoffe und hervorragende Energie.

 

Somit ging ich daran, meine Fettangst abzubauen. Für mich war das kein Problem, wohl aber für einen Teil meiner Familie und Freunde, die begannen, sich Sorgen um mich zu machen.

Nach 2 Monaten würde ein komplettes Blutbild mögliche Gefahrenquellen aufzeigen. Siehe da, es gab keine! Auch das Gewicht war im Schwinden und ich fragte mich schon, wo es halt machen würde. Nach einem Jahr hatte ich 12 Kilo abgenommen und mein jugendliches Gewicht erreicht. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Auch meine Umgebung wunderte sich, dass man bei so viel Fettverzehr so schlank werden konnte.

Das Abnehmen war eine Sache. Am meisten überrascht hat mich ein völlig neues Gefühl von Gesundheit und Energie, das mich im Alltag begleitete! Ich hatte mich schon mit lästigen Beschwerden abgefunden, wie Sodbrennen, Schnarchen, Zahnfleischentzündungen, Karies, Verdauungsproblemen, Kniebeschwerden oder Heuschnupfen. All das besserte sich rasant, bzw. geriet in Vergessenheit. Wenn ich zurückdenke, muss ich sagen, dass ich mit chronischen Beschwerden leben gelernt hatte, mir hin und wieder vom Arzt Hilfe holte und Medikamente in Reserve hatte.

Was mir im Nachhinein besonders auffällt: Schnupfen, Husten, Heiserkeit, treten sehr selten auf, und wenn, dann nach einigen Tagen abgeklungen, ganz ohne Medikamente und Arztbesuch. Ich habe ein zunehmend besseres Immunsystem gegen virale und bakterielle Infekte entwickelt.

 

Ich habe meine Gesundheit durch fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung zurückgewonnen. Mein Gewicht ist das meiner Jugendjahre. Ich bewege mich mit Leichtigkeit und meine Lebensfreude ist grenzenlos! Kurz gesagt: Ich schwimme auf einer neuen Welle der Zufriedenheit und möchte diesen Lebensstil an mein Alter und Bedürfnisse angepasst weiterleben.

All das gibt mir die Energie für diesen Blog. Ich fühle eine Art Verantwortung für meine Mitmenschen und sehe es als meine Aufgabe, möglichst viele Menschen zu informieren. Es gibt kein Rezept, sondern es sind Erfahrungen die jeder selbst machen und nachlesen kann und die durch Studien immer wieder aufs Neue bestätigt werden.

Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder ärztliches Wissen. Allein im Bereich der Ernährung erleben wir eine Umwälzung der Richtlinien, wobei man sogar von einer Ernährungsrevolution sprechen kann. Diese ist dabei, das Fett zu rehabilitieren und die raffinierten Kohlenhydrate, sowie mit verstecktem Zucker angereicherte Fertignahrung, in Frage zu stellen. Die Wissenschaft ist weit fortgeschritten. Menschen in anglo-amerikanischen und skandinavischen Ländern haben einen besseren Informationsstand und nützen diesen im Alltag auch immer mehr.

 

All das möchte ich in diesem Blog beschreiben. Dabei stütze ich mich auf die Vorauswahl einiger Experten, die weltweit zusammen arbeiten. Einer von ihnen ist der schwedische Ernährungsmediziner Dr. Andreas Eenfeldt, den ich sehr empfehle. Er betreibt einen Blog mit über 50 000 Aufrufen täglich, in schwedischer  und englischer Sprache.

Für jene, die nicht so gut Englisch verstehen, möchte ich mich bemühen, die internationale Entwicklung zusammenzufassen und über den Stand der Forschung und gelebte Praxis zu informieren, über einen Wissensstand, der Teil einer Ernährungsrevolution in der ganzen Welt werden könnte.

 

Robert Schönauer