Ist es möglich nur von tierischen Produkten zu leben und dadurch Zivilisationskrankheiten zu heilen? Diese Idee findet zunehmend unter Wissenschaftlern oder Ärzten Beachtung, da die Erfolge bei der Umsetzung nicht zu leugnen sind. Das Internet und diverse Blogs tragen zur Verbreitung bei.

Auch mich fasziniert der Gedanke, dass tierische Nahrung alle Nährstoffe enthält, die für die Gesundheit notwendig sind. Seit meinem Besuch im ungarischen Zalaszentgrót bei Dr. Csaba Tóth und Dr. Zsófia Clemens (siehe Blogbeitrag) sammle ich eigene Erfahrungen und stelle fest, dass eine Umstellung auf tierische Ernährung ihre Vorzüge hat, wie auch in Blogbeiträgen zu lesen ist.

Die Low-Carb-Szene ist seit eh und je in Bewegung. Es gibt keine Autorität, die Ernährungsvorschriften herausgibt. Was wirklich zählt, ist das Wissen um die Problematik zu vieler Kohlenhydrate und die Chance, mit einer Reduktion das Wohlbefinden zu verbessern. Nur – wie viel ist zu viel – oder anders gesagt „wieviel Kohlenhydrate tun mir gut“, kann nicht pauschal beurteilt werden.

In Fachkreisen gelten folgende ungefähre Richtwerte für kohlenhydratarme Ernährung:

LOGI: steht für Low Glycemic Index (niedriger Glykämischer Index), auch Low Glycemic and Insulinemic“ (niedriges Niveau bei Blutzucker und Insulin). Es können 100 bis 150 Gramm Kohlenhydrate täglich gegessen werden.

Liberales LCHF: 60 bis 100 Gramm Kohlenhydrate täglich.

Normales LCHF: 30 bis 60 Gramm täglich.

Striktes LCHF: unter 30 Gramm täglich, wobei der Körper Ketone zur Energiegewinnung produziert.

Dazu kommt eine karnivore Ernährung, bei der die Kohlenhydrataufnahme gegen Null geht.

Ergänzend dazu muss gesagt werden, dass mit der Verringerung der Kohlenhydrate die Aufnahme von Fett zunehmen sollte. Die Menge Eiweiß sollte nicht gesteigert werden (max. 0,7 Gramm / Kilo Körpergewicht).

Eine Ernährung, die auf Fleisch basiert, auch karnivore Ernährung genannt, ist die älteste und ursprünglichste in der Geschichte der Menschheit und findet sich heute nur noch in traditionell lebenden Volksgruppen, mit dem Erfolg, dass bestimmte Zivilisationskrankheiten unbekannt sind.

Es gibt daher gute Gründe, die Idee dieser karnivoren Ernährung aufzugreifen und Informationen einzuholen. Ein wenig Mut und eine Portion Freigeist gehört in unserem gesellschaftlichen Klima dazu. Wenn sie schon einmal die herrschenden Ernährungsregeln über Bord geworfen und von einer kohlenhydratarmen Ernährung profitiert haben, sind Sie ein möglicher Ansprechpartner.

Die Beispiele wie Menschen ihre chronischen Krankheiten „weg-essen“ werden mehr.

Mikhaila Peterson schildert auf ihrem Blog, welchen Leidensweg sie durchgemacht hat, bis sie auf eigene Faust und ganz gegen die „medizinische Kunst“ auf Ernährung statt auf Medikamente gesetzt hat. Ihr Vorbild war derart beeindruckend, dass sich ihre Eltern und ihr Mann mehr oder weniger radikal beteiligten und chronische Krankheiten los wurden. In der Schwangerschaft blieb Mikhaila der LCHF Ernährung treu und brachte ein gesundes Mädchen zur Welt. Danach ist sie komplett auf die karnivore Ernährung eingeschwenkt. Die Tochter ist jetzt 9 Monate alt und strotzt nach der Schilderung der Mutter vor bester Gesundheit. http://mikhailapeterson.com/

So sieht das Resumee von Mikhaila nach 3 Jahren LCHF und karnivorer Ernährung aus:

„Sie können eine Menge Schmerzen lindern und Leiden vermeiden, vor allem wenn es sich um  Autoimmunkrankheiten handelt. Diese sind komplett heilbar, wenn sie auf eine rein fleischliche Kost umsteigen. Ich ernähre mich extrem kohlenhydratarm und erreichte, dass auch die gesundheitlichen Probleme meines Mannes und meines Vaters gelöst wurden. Wenn wir wieder in alte Ernährungsgewohnheiten zurückfallen, sind auch die Krankheiten wieder da. Zugegeben, die letzten drei Jahre waren anstrengend. Weniger wegen der Krankheiten, eher wegen aufkommender Emotionen und Frustrationen. Ich habe dennoch nie die Hoffnung aufgegeben, dass die richtige Ernährung die wesentlichste Voraussetzung für gute Gesundheit ist. Es war allerdings schwierig, das herauszufinden.

Wenn Sie so krank sind, dass nichts mehr hilft, würde ich raten ihre Kost 30 Tage lang auf  Fleisch und Wasser umzustellen. Dann überprüfen sie, wie sie sich fühlen und entscheiden weiter. Ich bin fest davon überzeugt, dass dadurch etwas gelingen kann. 30 Tage sind nicht viel, wenn man die Chance hat etwas Unmögliches zu schaffen“.

Mehr dazu auf dem Blog von Mikhaila Peterson http://mikhailapeterson.com/2018/04/20/carnivore-diet-new-thoughts-april-2018/

 

Zweifellos, Low-Carb (ohne Angst vor Fett) ist gesund, hilft beim Abnehmen und Gewichtserhalt, stabilisiert den Blutzucker und verbessert die Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen. Viele chronische Krankheiten verschwinden oder verbessern sich, weil durch das Vermeiden von Fertiggerichten, die versteckte Zucker enthalten, auch Entzündungen abnehmen.

Was ist aber mit all jenen, die trotz LCHF und obwohl der Stoffwechsel Ketone verbrennt (Ketose), weiterhin von Schmerzen und vor allem von Autoimmunkrankheiten geplagt werden? Manchmal wird das Wunschgewicht trotz einer strikten kohlenhydratarmen Ernährung leider nicht erreicht. Wenn auf die Anfangseuphorie Abnehmplateaus folgen, kann das frustrierend sein.

Seit meinem Kontakt mit Paleomedicina Ungarn, bin ich auf die karnivore Ernährung aufmerksam geworden. Dr. Csaba Tóth und Dr. Zsófia Clemens haben die paleo-ketogene Ernährung für Patienten entwickelt und zeigen, dass eine Heilung von Autoimmunerkrankungen möglich ist.

Menschen, die der Medikamentenflut entkommen wollen und eine strikte paleo-ketogene Ernährung befolgen, können tatsächlich profitieren. Meist finden sie erst dann zur karnivoren Ernährung, wenn die Schul- oder Alternativmedizin am Ende ist. Von lebensbedrohlichen Krebserkrankungen über hartnäckige Allergien bis zu einem breiten Spektrum von Autoimmunerkrankungen gibt es kaum vorstellbare Heilerfolge, die an die Geschichte von Mikhaila Peterson erinnern. Die ungarischen Ärzte und Wissenschaftler wenden eine Ernährung an, die in der Menschheitsgeschichte die Normalität war. Der Mensch ernährte sich in Millionen von Jahren von der Jagdbeute. Als Zusatz gab es jahreszeitlich und regional verschiedene stärkearme Pflanzen und Kräuter. Milch war Nahrung für Neugeborene, ob Säugetier oder Mensch. Gemüse in der heutigen Form gab es nicht. Was wir heute als Gemüse konsumieren, sind Zuchtprodukte, die noch dazu in jüngster Zeit einer gentechnischen Perfektionierung unterzogen wurden.

Milchprodukte kamen erst mit den Viehzüchterkulturen ab 5000 Jahren v.u.Z. auf den Speiseplan. Milchzucker (Laktose)  und die Zusammensetzung von Milcheiweiß (einseitige Aminosäuren) können Stoffwechselprobleme erzeugen.

Gemüse ist eine Quelle von Lektinen. Lektine sind pflanzliche Proteine, die den Zweck haben, die Fortpflanzung und Verbreitung der Pflanzen zu sichern. Pflanzen können mit diesen selbst erzeugten Giftstoffen Pilze, Bakterien, Insekten abwehren und damit verhindern, dass sie als Nahrung für Pflanzenfresser in Frage kommen. In der Natur verfügen alle Pflanzen und Lebewesen über Systeme, das ihr Überleben und ihre Vermehrung gewährleisten.  Pflanzen, die ja nicht wie Tiere flüchten oder angreifen können, haben im Laufe der Evolution eine Vielzahl unterschiedlicher Giftstoffe hervorgebracht. Diese entwickeln sich durch Konkurrenz- und Anpassungsdruck ständig weiter. Zuletzt hat der Mensch mit Zuchtmethoden und Gentechnik massiv in den evolutionären Prozess eingegriffen. Säugetiere, die in freier Natur leben, meiden instinktiv was ihnen schaden könnte. Erst durch Domestizierung und Stallhaltung sind Haustiere unfähig geworden, Pflanzengifte zu erkennen. Beim Menschen dürfte etwas Ähnliches passiert sein.

Wenn Lektine und andere Abwehrstoffe gegen Fressfeinde über den Darm in die Blutbahn kommen, werden sie in den Zellwänden eingelagert. Das Immunsystem schaltet den Reparaturmodus ein und geht gegen körpereigene Organe vor, an denen sich Lektine festgesetzt haben. Die Folge sind klassische Autoimmunerkrankungen, wie Morbus Crohn, Allergien, Hashimoto oder diverse Hautkrankheiten.

Diese Hypothese ist die Grundlage für eine karnivore Ernährung und findet ihre Bestätigung durch sensationelle Heilungsprozesse, unter der Voraussetzung, dass die Menschen den Ernährungsplan konsequent einhalten. Ziel ist nicht nur die Linderung von Symptomen, sondern die Heilung und Freiheit von der Erkrankung.

Menschen mit chronischen Krankheiten sollten sich informieren und den Versuch nicht scheuen. Es gibt nichts zu verlieren. Die messbaren Erfolge werden von den Systemmedizinern unter dem Begriff „Anekdoten“ gehandelt. Ernährung ist in der Schulmedizin leider nur ein Randthema. Es ist für die Wissenschaft allgemein sehr schwierig, kausale Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit zu dokumentieren. Bei diesem Mangel an Wissen ist es berechtigt, die Verantwortung selbst in die Hand zu nehmen und nicht abzuwarten, bis die Schul- oder Alternativmedizin am Ende ihrer Weisheit angekommen ist.

Krebskranke führen ihre Remission von Tumoren auf die Umstellung auf eine ketogene Ernährung zurück. Bei Epilepsie wird die ketogene Ernährung immer häufiger eingesetzt. Leider oft erst, wenn Medikamente nicht wirksam waren. Ernährung ist nur selten Teil einer ärztlichen Beratung. Die Patienten sind mehr oder weniger auf sich allein gestellt und müssen sich selbst informieren. Wenn man aber Ärzte kennt, die aussichtslose Fälle zur Heilung bringen, dazu die Patienten trifft, die auf die paleo-ketogene Ernährung ansprechen, breitet sich Hoffnung aus. In der Geschichte der Medizin sind immer wieder mutige Ärzte und ihre Patienten mit neuen Methoden voraus gegangen, die in den medizinischen Lehrbüchern noch keinen Platz gefunden haben.

 

Ausschnitte aus dem Artikel von Marika Sboros über Mikhaela: http://foodmed.net/2018/05/mikhaila-peterson-poster-girl-carnivore/, übersetzt von Robert Schönauer

Mikhaila Peterson: Das Vorzeigemodell für karnivoren Lebensstil, von Marika Sboros

Die Kanadierin Mikhaila Peterson ist ein Vorzeigemodell  für ein Leben mit kohlenhydratarmer, fettreicher (LCHF) Ernährung. Genau genommen, ein sehr striktes LCHF. Sie lebt einen ketogenen Lebensstil, der sich auf Fleischnahrung stützt.

Ihr Vater, Dr. Jordan Peterson, ein anerkannter klinischer Psychologe und Psychologieprofessor an der Universität von Toronto, hat sich ebenfalls der ketogenn Ernährung verschrieben. Seine Diät ist nicht so streng wie die seiner Tochter. Er isst neben Fleisch auch Gemüse – und verwendet Olivenöl. Mikhaila isst ausschließlich Fleisch mit Salz und trinkt dazu reichlich Mineralwasser.

Sowohl Vater als auch Tochter waren von einer schweren Autoimmunkrankheit geplagt, die sie mit dieser Ernährung rückgängig machen konnten. Vater Jordan wurde seine Verdauungsprobleme, Schuppenflechte, Entzündungen der Mundschleimhäute, sowie eine chronische Müdigkeit los und hat seither keine Mühe sein Gewicht zu halten.

Der Vater gesteht, dass seine Tochter eine viel strengere Gangart gewählt hat. Der Leidensweg von Tochter Mikhaila liest sich wie eine medizinische Horrorgeschichte. Letztendlich befreite sich Mikhaila von ihren Leiden, indem sie konventionelle medizinische und diätetische „Weisheiten“ ignorierte.

Als sie 17 war, hatte Mikhaila angegriffene Gelenke und benötigte Gelenksstützen. Sie litt auch an Ekzemen, Hautausschlägen über den ganzen Körper, endlosem Juckreiz, schwerer Akne im Gesicht, zystische Akne am Gesäß, im Vaginalbereich und in den Achselhöhlen.

Als Folge von Behandlungen und Schmerzen stellten sich bei Vater und Tochter Depressionen ein. Auch diese sind jetzt überwunden.

Durch ketogene (sehr kohlenhydratarme, fettreiche) Ernährung sind beide frei von allen verschreibungspflichtigen Medikamenten. Noch nie haben sich beide körperlich und geistig besser gefühlt und sagen, dass sie nicht zu ihren früheren Essgewohnheiten zurückkehren werden.

Mikhaila hat ihren Weg zur Gesundheit auf ihrem Blog „Do not Eat That“ dokumentiert.

Diese Geschichte ist ein eindrucksvolles Dokument über das Chaos, über Mythen und Falschinformationen, denen wir alle Tag für Tag in Fragen der Ernährung begegnen.

Ab dem zweiten Lebensjahr war Mikhaila anfällig für bakterielle Infektionen – Halsentzündung, Erkältungen, Grippe, Atemprobleme, Pilzinfektionen.

Mit sieben Jahren diagnostizierten die Ärzte schwere rheumatoide Arthritis. In der 5. Klasse traten schwere Depressionen, Angstzustände mit gelegentlicher Hypomanie auf, begleitet von Hochstimmung und Hyperaktivität. Die Lösung waren Medikamente.

Ärzte diagnostizierten auch „idiopathische Hypersomie“, Schlafsucht, eine Erkrankung ähnlich wie Narkolepsie. Mit anderen Worten kämpfte Mikhaila darum, wach zu bleiben. Sie konnte rund 17 Stunden am Tag schlafen. Den Rest der Zeit existierte sie in einer „teilweisen Benommenheit“.

Gelenkersatzoperation und chronischen Schmerzen beeinflussten ihre schulischen Leistungen. Mikhaila musste ein Zusatzjahr an der High School einlegen. Mit 19 Jahren ging sie an die Universität, um Psychologie zu studieren, aber das „hat nicht funktioniert“.

„Meine Schulnoten waren gut, aber ich konnte nicht wach bleiben.“

Mit ihren psychischen Problemen musste sie die Universität verlassen. Eine Ausbildung an einer Makeup Schule scheiterte ebenfalls.

In einem neuerlichen Anlauf holte sie die Fächer Mathe und Naturwissenschaften, die sie in der Oberstufe versäumt hatte, nach denn; „Ich wollte an der Universität Medizin studieren. Ich wollte herausfinden, was zur Hölle mit mir los ist. “

Alles nur in ihrem Kopf?

Im Dezember 2014 konsultierte sie einen Arzt nach dem anderen. Entweder wollten diese nicht verstehen, was sie sagte oder sie meinten, dass ihre Probleme psychosomatisch waren, und nur im Kopf entstehen würden.

„Schuld hat der Patient, danke“, sagt Mikhaila verzweifelt.

Ärzte neigen dazu, in Schubladen zu greifen, wenn sie die Ursache des Problems eines Patienten nicht erkennen. Diese Erfahrung verstärkte ihre Skepsis gegenüber der Ärzteschaft.

Sie ließ dennoch nicht locker und wollte unbedingt wissen, ob ihre Nahrung etwas mit ihren Leiden zu tun haben könnten. Als erstes begann sie ab Mai 2015 Gluten zu streichen.

Im September 2015 begann sie eher zufällig eine Eliminations-Diät nach LCHF. Sie hat die Suche nach dem Zusammenhang von Ernährung und Krankheiten nicht aufgegeben.  Mikhaila reduzierte ihre Ernährung auf Rinder- und Hühnerfleisch, Fisch, Reis, Süßkartoffeln, Karotten, Spinat und Salat. Sie verwendete Kokos- und Olivenöl, Apfelessig und viele Gewürze. Innerhalb eines Monats hatte sich ihre Gesundheit verbessert. Ihre Hautschäden verheilten und die Arthritis verschwand. Die Müdigkeit und Depression hielten sich jedoch etwas länger.

Beim Versuch wieder gewohnte Lieblingsspeisen, wie Käse, einzuführen, waren Rückfälle an der Tagesordnung.

Ab diesem Zeitpunkt wollte sie beweisen, dass die neue Ernährung ihr Leben ändern konnte. Als sie mit ihrer Tochter Scarlett schwanger wurde, fiel es Mikhaila leicht, sich der konventionellen Ernährungsberatung zu widersetzen.

Sie hat während ihrer Schwangerschaft auf LCHF gesetzt. „Nicht vorübergehend, nein für immer.“

Nach Scarletts Geburt im August 2017 begann Mikhaila mit der Erprobung einer streng ketogenen LCHF-Diät. Sie entschied sich für eine „Null-Kohlenhydrat-Variante“. Diesem Weg folgt sie bis heute. Sie isst hauptsächlich Ribeye-Steak, ca. ein Kilo Fleisch pro Tag, und trinkt viel kohlensäurehaltiges Wasser.

Die Ergebnisse, sagt sie, seien schlicht und einfach „erstaunlich“ gewesen.

Die Fleisch-Diät half ihr auch dabei, das Schwangerschaftsgewicht in einer beneidenswert kurzen Zeit abzubauen.

Mikhaila beschreibt die Auswirkungen der Ernährung auf ihr Wohlbefinden wie ein Erwachen. Der Rückblick auf ihre Leidensjahre jagt ihr immer noch Schrecken ein.

„Die Tatsache, dass ich all meine schrecklichen Krankheiten und das Einsetzen von Hüft- und Gelenksprotesen mit Diät hätte verhindern können, macht mir zu schaffen. Ich bin immer noch nicht drüber hinweg.“

Sie konnte eine Zeit lang kein Krankenhaus betreten, weil sie der Anblick eines Arztes wütend machte. „Es geht mir jetzt ein bisschen besser, aber ich habe immer noch kein gutes Verhältnis zum medizinischen System.“

Ihre Speisekarte mag spartanisch aussehen, ist aber für Mikhaila vollkommen natürlich. Sie sagt dazu, alles ist „einfach, schmackhaft und lecker“.

Sie nimmt keine Nahrungsergänzung in Form von Vitaminen oder Mineralstoffen mehr zu sich.

„Früher ließ ich meine Mineral- und Vitaminwerte regelmäßig testen. Und ich experimentierte dauernd mit Supplementierungen. Ich hoffte, dass dadurch Nahrungsmittelreaktionen und arthritische Symptome minimiert würden. Es hat alles nichts geholfen.“

Täglich ist sie mit vielen Menschen per E-Mail in Verbindung. Sie kann es nur wiederholen: „Ehrlich, ich habe alles versucht. Am besten funktioniert für mich eine Diät aus reinem Fleisch.“

Mikhaila ist nicht darauf erpicht jedermann eine fleischlastige Diät einzureden. Weit davon entfernt. Aber für Menschen mit ernsten gesundheitlichen Problemen findet sie es sinnvoll, eine radikale Ernährungsumstellung der Einnahme von schweren Medikamenten vorzuziehen.

Ihre Tochter Scarlett möchte Mikhaila mindestens 12 Monate lang stillen. „So lange bis sie von selbst aufhören will.“

Wird sie Scarlett mit LCHF großziehen?

Nicht Null-Carb oder nur-Fleisch, aber Mikhaila sagt, „Scarlett ist nach neun Lebensmonaten bereits ein Fan von Steak“. Sie wird ihrer Tochter keine Milchprodukte, Gluten oder Zucker zufüttern. Und sie wird Obst im Sinne von „Süßigkeiten“ verwenden.

Woher sie ihre Widerstandskraft nimmt?

Sie schreibt ihren Eltern diese Widerstandsfähigkeit zu. Ihr Vater sagte ihr immer, sie solle Krankheit niemals als Entschuldigung benutzen. „Er hat mir dabei geholfen. Es ist eine sehr wichtige Lektion. „

Ihre Mutter hat sich schon mit Ernährung beschäftigt, als das noch kein gesellschaftlicher Trend war. Als Mikhaila in die 2. Klasse ging, erzählte ihre Mutter den Ärzten, dass Orangen das Aufflammen ihrer Arthritis verursacht hätten.

„Sie haben sie ausgelacht“, sagt Mikhaila.                                            

„Ich kann mir nicht vorstellen, ein krankes Kind zu haben. Mir kommen die Tränen, wenn ich nur daran denke. Meine Mutter ist eine starke Person und hat uns dazu gedrängt, auf Ernährung zu achten“.

Ihre größte Angst ist natürlich, dass sie mit Scarlett „etwas falsch machen“ könnte.

„Eltern können nicht perfekt sein, aber was ich durchgemacht habe, war entsetzlich. Ich möchte nicht, dass anderen Ähnliches wiederfährt, daran möchte ich mitwirken. Ich mache mir natürlich auch Sorgen um Scarlett und ihre Reaktionen auf das Essen.

Was ihre Wünsche und Träume anbelangt, hofft Mikhaila, dass in ihrer Familie die Suche nach Diäten geklärt ist. Und dass Ärzte die Ernährung als Erstbehandlung für chronische Krankheiten verwenden werden.

„Ich hoffe, dass all die unglücklichen, übergewichtigen, kranken Menschen herausfinden, dass es Nahrung ist, die ihre Probleme verursacht. Und dass nicht sie selbst Schuld sind, wenn sich nichts bessert.

„Ich möchte nur diese Information verbreiten.“                                              

Das führt zu ihrer Vorstellung vom Paradies. „Ein Ort, wo Gluten auf der Verbotsliste steht, es keine Fehlinformationen über Ernährung gibt und niemand auf die Idee kommt, dass Vegetarismus die gesündeste Ernährung sei“, sagt sie.

„Essen hat mein Leben, das Leben meines Vaters, das Leben meines Mannes fast zerstört. Dieses Schicksal möchte ich meinen Nachkommen ersparen.“