Die Antwort auf die Frage ob wir uns der Fleischeslust hingeben dürfen oder uns von Fleischesfrust leiten lassen, ist eindeutig. Nicht nur weil Fleisch gut schmeckt, sondern auch, weil der Verzehr von tierischen Produkte den Schritt vom Primaten (Menschenaffen) zum Homo Sapiens ermöglicht hat. Fleisch rückt aber auch zunehmend in den Fokus der aktuellen ernährungsmedizinischen Empfehlungen. Unser Körper hat sich in Millionen von Jahren von tierischem Eiweiß und Fett versorgt. Diese Nährstoffe waren unbeschränkt vorhanden, bis…, ja, bis die Menschen auf die Idee kamen, sie könnten auch Lebensmittel künstlich zusammenmischen.

Die Ernährungsmedizin ist eine ziemlich junge wissenschaftliche Disziplin, der sich auch dieser Blog verschrieben hat. Nach Low-Carb und Low-Carb-High-Fat, Paleokost und ketogener Diät betritt nun eine neue Richtung die Bühne der Ernährungswissenschaft:

Die karnivore Ernährung

Bei der karnivoren Ernährung ernährt man sich überwiegend von tierischen Produkten und isst nicht nur die exklusiven Muskelstücke, sondern verarbeitet möglichst das ganze Tier, d.h. Innereien, Hirn, Knochenmark, Zunge, etc. Eine Lebensweise, wie sie unsere Großeltern am Land praktizierten, wobei sie jederzeit eine Grundversorgung an energiereichen Lebensmitteln zur Verfügung hatten. Pflanzliche Nahrung stand jahreszeitlich bedingt nur wenige Wochen des Jahres zur Verfügung. Als es noch keine Gefriertruhen gab, war die Kunst des Fermentierens, Einpökelns und Räucherns überlebenswichtig. Und was war mit den Pflanzenölen, wie Raps,- Soja- oder Olivenöl? Die gab es einfach nicht. Man hatte ausreichend Schweineschmalz, Butter und Rindertalg und wäre nie auf die Idee gekommen, Samenkörner auszupressen und das Pflanzenfett zum Kochen zu verwenden. Sicherlich waren Speisen aus Getreide oder Kartoffeln ein wichtiger Teil der Ernährung. Ärmere Leute lebten wochenlang von Kraut, Rüben und Kartoffeln, wie lebensgeschichtliche Erinnerungen bezeugen.

Der Mensch war schon immer an fettreicher und eiweißreicher Nahrung interessiert, solange, bis uns die offiziellen Ernährungsrichtlinien einredeten, dass tierische Nahrung möglichst durch Kohlenhydrate ausgetauscht werden sollte. Die Folgen sehen wir nach 40 Jahren: die Fettphobie und der Fleischverzicht hat uns nicht schlanker und gesünder gemacht, sondern eher im Gegenteil. Mit industriell hergestelltem Essen hat sich eine Epidemie an Übergewicht und Krankheiten des metabolischen Syndroms von ungeahntem Ausmaß ausgebreitet. Eine Ernährungsideologie und eine Vielzahl bisher nicht gekannter Industrieprodukte haben die traditionellen Essgewohnheiten abgelöst.  Wir essen heute zu viel Zucker, Stärke und mit Hilfe von Pflanzenfett (wie z.B. Palmöl!!) verarbeitete Produkte. Nicht nur Übergewicht bei mehr als der Hälfte der Menschen, auch viele chronische Krankheiten bis zu Krebs oder Demenz stehen in Zusammenhang mit unseren radikal veränderten Ernährungsgewohnheiten.

Ernährung wird das neue Thema der Medizin.

Die richtige Ernährung für die Menschen zu entdecken wäre eigentlich keine Kunst. Schauen wir nur, woran wir uns in der Evolution angepasst haben, und was jene Völker, die von der Zivilisation noch nicht berührt wurden, heute essen. Wenn Menschen in Regionen vordrangen, in denen es kaum Pflanzenwachstum gab, lebten sie ausschließlich von Fisch und Fleisch. In wärmeren Gegenden wurden wiederum mehr Früchte und Pflanzen gesammelt, aber immer als Ergänzung zur Jagdbeute. Alle Speisen mussten selbst gejagt oder gesammelt und zubereitet werden. Süße Speisen gab es selten, nur wenn frische Früchte und Honig gefunden wurden. Das Nahrungsangebot war Jahrtausende stabil und variierte nur mit dem Klima in den besiedelten Erdteilen.

Was der moderne Mensch im Industriezeitalter zu seiner Nahrung gemacht hat, ist eine Katastrophe, der der Körper nur begrenzte Zeit Widerstand leisten kann. Wir haben uns die Erde zwar untertan gemacht, können aber jetzt schon die Folgen spüren, in Naturzerstörung, Klimawandel und jetzt auch in dramatischen gesundheitlichen Problemen von epidemischem Ausmaß.

Wie wir wieder zurückfinden, auf die Bahnen, die uns die Natur vorgezeichnet hat, ist eine Frage, die für das Überleben der Menschheit eine große Rolle spielen wird.

In erster Linie müssen wir darauf achten, dass wir uns nicht selbst zerstören. Jeder einzelne kann seine Gesundheit verbessern, indem er vermehrt die Nahrung zu sich nimmt, die der Körper für Energie und Aufbau der Organe und Muskeln benötigt. Dies ist nicht die Nahrung, die in den letzten 50 Jahren in den Labors erfunden oder aus Übersee importiert wurde. Es ist jene Nahrung, die die Menschen schon seit Tausenden von Jahren gegessen haben und bei der Fleisch und Fett eines ganzen Tieres die Basis bildete.

Sollen wir nicht das Wissen der Evolution nützen? Die Forschung versteht die Notwendigkeit von natürlicher, fleischbetonter Nahrung immer besser. Ärzte erkennen, dass die Ernährung, von der wir Millionen von Jahren gelebt haben und an die sich unser Stoffwechsel angepasst hat, die bessere Medizin ist. Überall auf der Welt wird dazu geforscht und gelernt. Kranke finden Hilfe, Gesunde verbessern ihr Leben. Ein Wandel des Lebensstils steht an. Beispiele für gelungene Kursänderungen finden sich im Internet zu Hauf.

Was hindert uns eigentlich noch daran, einem evolutionären Lebensstil eine Chance zu geben und den Versuch zu machen, die eigene Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen?

Ein konkretes Beispiel, wie Genuss von Fleisch unser  Leben verbessern kann, beweisen Ärzte und Wissenschaftler an ihren Patienten. Lesen Sie den zweiten Teil dieses Artikels

 „All You Need Is … MEAT: die karnivore Diät“.