Ein Team von kanadischen Wissenschaftlern hat gute Nachrichten für alle, die gerne mit Butter kochen und dabei ein schlechtes Gewissen hatten: sie können aufatmen, denn es war immer gut für sie.

Wenn man sich auf die Suche nach der Herkunft der Fettangst begibt, muss man wahrlich archäologisches Talent entwickeln. Bei der Ausbildung von Ernährungsempfehlungen hatten mächtige Lobbygruppen und die Politik die entscheidenden Worte mitzureden. Die Wissenschaft wurde dabei am wenigsten befragt. In den 1960-er Jahren war es möglich, Pflanzenfette herzustellen, die man zum Kochen und als Aufstrich verwenden konnte. Diese waren in der Herstellung billiger und lagerfähig. Was ihnen fehlte war das Siegel von den gesundheitlichen Vorteilen.

Daran wurde fleißig geforscht. Nur leider nicht mit seriösen wissenschaftlichen Methoden. Die Studien, die vorgelegt wurden, stammten meist aus Umfragen und Beobachtungen im Auftrag von Margarineherstellern. Kein Wunder, dass sich heute herausstellt, dass die Ergebnisse mehr oder weniger gekauft waren.

 

In jüngster Zeit zeigen immer häufiger gut gemachte Studien, die randomisiert, kontrolliert und von öffentlicher Hand finanziert wurden, ein völlig konträres Bild. Gesättigtes Fett wurde in den vergangenen Jahrzehnten zu Unrecht verdammt. Pflanzliche Öle fälschlicherweise für gesundheitsförderlich beworben.

Dazu passt die Entdeckung von Daten, die zwischen 1968 und 1973 erhoben wurden. Mehr als 9400 Männer und Frauen in Pflegeheimen und staatlichen psychiatrischen Kliniken in Minnesota wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen aufgeteilt. Ihre Nahrungsaufnahme wurde viele Jahre genau kontrolliert.

 

In einer Gruppe wurde flüssiges Pflanzenöl (Maisöl) verwendet, anstelle von Fetten, wie sie traditionell in Krankenhäusern bei der Nahrungszubereitung verwendet werden. Die andere Gruppe wurde mit dem damals üblichen Fett, also Butter und Margarine verpflegt. 57 % der 517 Teilnehmer, die während der Dauer der Studie verstarben, wurden nach ihrem Tod obduziert um Herz, Aorta und Gehirn zu überprüfen. Die Ergebnisse passten nicht ins Bild der Meinungsmacher und wurden nicht veröffentlicht.

 

Heute haben Wissenschaftler der University of Norht Caronina`s School of Medicine (UNC) die Daten ausgegraben und Ihren Bericht im British Medical Journal veröffentlicht. Den Forschern war schnell klar, warum diese Ergebnisse Jahrzehnte geheim gehalten wurden.

Die Daten, die von den UNC Wissenschaftlern ausgewertet wurden, zeigten, dass bei Verköstigung mit pflanzlichem Fett ein insgesamt 22 % größeres Sterberisiko bestand. Der Grund für die Unterschlagung der Studie konnte nur daran liegen, dass die einflussreiche Ernährungsliga auf Ausweitung der Produktion von Pflanzenölen zu Lasten der Verwendung von Butter drängte.

 

Dr. Daisy Zamora, eine der Forscherinnen am UNC resümiert nach der Auswertung der verschollenen Daten, „dass unvollständige Publikationen von wichtigen Daten zur Überschätzung der Vorteile – und Unterschätzung von potentiellen Risiken – des Ersatzes von gesättigtem Fett durch pflanzliche Öle, die reich an Linolsäure sind, beigetragen haben.“

Weiterführende Artikel in englischer Sprache:

Re-evaluation of the traditional diet-heart hypothesis: analysis of recovered data from Minnesota Coronary Experiment (1968-73), in: http://www.bmj.com/content/353/bmj.i124

Quartz: There’s a Growing Body of Evidence That Butter Is Actually Good for You