Dr. Mark Hyman (links) ist praktischer Arzt, medizinischer Berater von Bill und Hillary Clinton und New York Times Bestseller von vielen Büchern über Ernährung und Gesundheit, wie Eat Fat, Get Thin und The Blood Sugar Solution.

Dave Asprey (rechts) ist der Gründer von The Bullet Proof Diet und Head Strong.

Heleo, so heißt der Informationsdienst, der nach eigener Aussage die größten Denker der Welt vor den Vorhang bringt. Ganz häufig werden Gesundheitsthemen angeschnitten, die immer wieder mit Vertretern der Low Carb, Paleo, LCHF Bewegung besetzt werden. Diesmal mit Dr. Mark Hyman und Dave Asprey.

 

 

Beide sprachen darüber, warum der Konsum von Fett gut ist, warum das Kalorienzählen ein Fehler ist und wie unsere Einstellung zum Abnehmen völlig irregeleitet wird.

Menschen mit Übergewicht wird gesagt, dass „sie selbst an ihrem Dicksein schuld sind. Ihnen fehlt der nötige Wille.“ Nur stimmt das aber nicht.

By Heleo Editors May 6, 2017

 

Mark: Du bist ein lebendes Beispiel, dass man 50 Kilo abnehmen und das Gewicht auch halten kann, sich dabei wohl fühlt und sich dabei nicht täglich plagen muss.

 

Dave: In meinen frühen 20-ern, wog ich 150 Kilo. Schon im  Gymnasium reduzierte ich meine Kalorien und mein Fett in der Nahrung. Aber ich verlor kein Gewicht. Es war nicht so, dass ich es nicht versucht hätte und ich es nicht gewollt hätte. Es liegt an der Biologie und daran, dass wir – offen gesagt – belogen wurden. Der Gedanke, dass man seine Kartoffelchips, die man gegessen hat, abarbeiten kann, funktioniert nicht. Eine fettarme Ernährung bringt die Hormone durcheinander und macht permanent hungrig.

 

Mark: Wir wissen alle, dass Fett neun Kalorien per Gramm enthält und Kohlenhydrate und Protein nur vier. Mehr als doppelt so viel. Wenn also der Stoffwechsel ein mathematisches Problem wäre, müsste man nur Kalorien reduzieren und verliert Gewicht. Das schien bei dir nicht zu funktionieren, aber dann hast du etwas geändert und begonnen, mehr Fett zu essen.

 

Dave: Ich bin im Besitz des ersten Ernährungsbuchs von Atkins, aus dem Jahr, in dem ich geboren wurde. In diesem wird behauptet, mehr Fett zu essen, führt zum Abnehmen. Dieses Wissen existierte schon vor meiner Geburt. Wenn man das ernst nimmt verliert man Gewicht und ist nicht mehr hungrig.

 

Mark: Ich kenne Bilder von Menschen, die aussehen, als würden sie aus einem Konzentrationslager kommen. Obwohl sie von überfüllten Salatschüsseln leben, machten sie den Eindruck, als würden sie nie genug zum Essen bekommen.

 

Dave: Genau das ist das Problem. Der Gedanke, dass weniger Kalorien besser sind, ist längst überholt. Wenn du Benzin mit weniger Oktan in den Tank füllst, wird der Motor stottern. Dann haben wir den Salat. Wenn du hohes Oktan tankst, liefert der Motor mehr PS. Mir ist ein starker Motor lieber.

 

Mark: Mehr Oktan im Benzin, das ist das Fett.

 

Dave: Ja, so ist es.

 

Mark: Ich möchte auf die Hormonhypothese zum Thema Übergewicht zu sprechen kommen. Wenn die Forschung von Dr. David Ludwig zeigt, handelt es sich beim Stoffwechsel um eine hormonelle Angelegenheit. Insulin bildet den Nährboden für die Fettzellen. Es ist kein Geheimnis, dass eine Drosselung der Insulinausschüttung den Stoffwechsel beschleunigt. Ein höherer Stoffwechselumsatz ändert viele biologische Prozesse und vermeidet Hunger. Dr. Ludwig zeigte das in einer Studie, bei der er Menschen auf eine isokalorische Diät setzte. Alle Teilnehmer erhielten gleich viele Kalorien aber weniger als sie verbrauchten, eine Gruppe mit 60% Fett und eine mit 10 % Fett. Die 60 % Gruppe verbrannte 325 Kalorien mehr pro Tag, indem der einzige Unterschied darin bestand, mehr Fett zu essen. Das ist so viel wie eine Stunde täglich laufen anstatt auf der Couch zu sitzen.

 

Dave: Bauern kennen das bei der Futterverwertung ihrer Tiere. Es gibt synthetisches Östrogen, das aus giftigem Schimmel hergestellt wird, und als Medikament mit dem Namen Zeranol im Blutkreislauf der Tiere landet. Es erhöht die Futterverwertung um 30 %, was bedeutet, dass die Kühe bei 30 % weniger Kalorienaufnahme mehr Fett anlegen.

 

Mark: Östrogen ist ein Hormon das zur Fetteinlagerung führt.

 

Dave: Ja, wenn ein Medikament das kann, ist auch die Idee „Kalorien rein, Kalorien raus“ dumm und gehört auf den Misthaufen.

 

Mark: In den 30-er und 40-er Jahren haben wir versucht, Schweine mit mehr Gewicht zu züchten. Dazu dienten Kokosfett und Antibiotika. Egal wieviel Futter sie bekamen, auch geringe Mengen führten zu Gewichtszunahme, weil in die Darmflora, die den Stoffwechsel reguliert, eingegriffen wurde.

 

Dave: Auf die Darmflora kommt es also auch an. In meinem Buch The Bullet Proof Diet schildere ich eine Studie an Mäusen. Sterile Mäuse ohne Darmbakterien wurden mit ebenso sterilem Futter ernährt. Die Mäuse blieben dünn und schlank. Anschließend bekamen sie Kot von Mäusen gefüttert, sodass sie normale Darmbakterien aufbauten. Zwei Wochen später hatten sie 60 % Körperfett.

 

Mark: Mit dem ganzen Kaloriengetue geht also nichts weiter. Betrachten wir die Hormonhypothese, welche Rolle spielen die Hormone?

 

Dave: Eines der wichtigsten Hormone neben Insulin ist das Cortisol. Wir essen Zucker und erleben einen steilen Blutzuckeranstieg, gefolgt von einem Abfall. Insulin sagt dem Körper, er möge Zucker als Fett einlagern. Aber während dem Abfall des Blutzuckers sondert der Körper auch Cortisol, das Stresshormon, aus. Der Körper reagiert auf die Gefahr und schüttet Cortisol aus. Das erhöht wieder den Blutzucker. Das Gehirn gerät in Panik, wie in einer Notsituation. Das Cortisol hebt auch das Adrenalin an, was auch den Blutzuckerspiegel wieder steigen lässt. Plötzlich stimmt das Gefühl wieder: „Jetzt geht es mir wieder gut.“

 

Mark: Reagiert der Körper mit Stress, wenn man Zucker isst?

 

Dave: Jawohl. Der Körper reduziert auch das Schilddrüsenhormon T3. Dies ist ein Thyroidhormon, das an der Fettverbrennung beteiligt ist. Wenn es verändert wird, kann es seine Aufgabe nicht erfüllen. Das Einsparen von Kalorien und Fett führt zu Energieschwankungen, die vom Cortisol ausgeglichen werden. Letztlich führen diese Stressreaktionen zur Ausschüttung von Cortisol und bilden Fettablagerungen.

 

Mark: Cortisol führt also zu Fetteinlagerungen und es greift in die Funktion von Thyroidhormonen ein, was den Stoffwechsel verlangsamt. Es verursacht einen doppelten Fall.

 

Dave: Ich hatte hohes Cortisol. Ich hatte auch hohes Östrogen, da ich nicht nur die falschen Fette aß und obendrein über lange Zeit Fett reduzierte.

 

Mark: Wir haben festgestellt: das Cortisol steigt, das Thyroidhormon fällt, Insulin steigt und erzeugt Hunger, lagert Fett und verlangsamt den Stoffwechsel.

 

Dave: Es gibt noch ein Hormon namens Ghrelin, das Hungerhormon. Es ist für den Wunsch nach Essen verantwortlich und es hält ein Appetitniveau  aufrecht, das auf das Körpergewicht abgestimmt ist. Sport hebt die Ghrelinspiegel an und die Hungerkurve geht nach oben. Die einzige Möglichkeit dem entgegen zu wirken und die Ghrelinspiegel zurückzusetzen besteht darin, die Ketone im Blut auf über 0,5 anzuheben. Das geht nur, wenn man weniger Zucker und Kohlenhydrate isst, aber auch nicht zu viel Protein, dafür mehr Fett und etwas Gemüse. Der Ghrelinspiegel fällt auch in Fastenperioden. Dadurch kann sich der Ghrelinspiegel einer Person mit Übergewicht an das bestehende Körpergewicht anpassen. Man kann den Körper damit ein wenig beschwindeln.

 

Mark: Du sagst, wenn man genug Fett bekommt, hat man Ketone, und das stellt das Hungergefühl im Gehirn ab.

 

Dave: Es stellt den Hunger ab, so dass der Hunger mit der bestehenden Körpermasse in Einklang kommt und nicht der früheren Masse entspricht. Wenn dicke Menschen Gewicht verlieren, haben sie noch längere Zeit den Hunger eines dicken Menschen, auch wenn sie schon schlank sind. Hin und wieder reicht die Willenskraft als letzte Ressource.

Mark: Wenn du „Ketone“ erwähnst, sprichst du über ein Geheimnis. Was ist das?

 

Dave: Mit einer Atkins- oder sehr strikten Paleo Low Carb Diät, oder mit mehrtägigem Fasten, kommt man in einen Fettverbrennungsmodus, bei dem der Körper die Zuckerverbrennung als primäre Energiequelle einstellt und Fett verbrennt. Aber die meisten Menschen ist das zu anstrengend und halten es keine vier Tage ohne Kohlenhydrate aus. Wenn das Hungerhormon Ghrelin abfällt, entsteht das Gefühl der Unabhängigkeit von Essen. Es liegt an der  Kontrolle des Verlangens, die in der Folge den Willen unterstützt.

 

Mark: Menschen mit Übergewicht genieren sich dafür und der Grund liegt darin, dass ihnen gesagt wurde, „es ist deine schuld, wenn du dick bist. Wenn du nicht so faul wärest, würdest du weniger essen und dich mehr bewegen und du würdest abnehmen. Dir fehlt der Wille.“ Aber so ist es nicht.

 

Dave: Wenn man es richtig macht, geht es ohne Anstrengung. Es ist überhaupt kein starker Wille nötig.

 

Mark: Worum geht es beim Sättigungshormon Cholecystokinin (CCK)?

 

Dave: CCK ist ein weiteres Hormon, das ein Gefühl der Sättigung erzeugt. Es sind nur wenige fettverbrennende Ketone im Blut nötig um den CCK Spiegel zu ändern. Wenn man in Richtung Fasten oder Paleo oder Ähnlichem geht, also auf halben Weg in die Fettverbrennung, dann fällt ein Schalter und CCK steigt an. Jetzt ist suchtartiges Verlangen ausgeschaltet, die Sucht abgestellt und man erlebt ein Gefühl „Das Essen hat seine Macht über mich verloren“.

 

Mark: Sprechen wir über die „Biggest Loser Study“, die in der New York Times auf der Titelseite Platz fand. Die Studie bezieht sich auf 6 bis 10 Teilnehmer des Biggest Loser Programms. Als Ergebnis der Studie hat gezeigt, dass sich bei der Gewichtsabnahme auch der Stoffwechsel verlangsamt. Als die Teilnehmer anschließend wieder normale Nahrung aufnahmen legten sie Gewicht zu, da sie sie einen langsameren Stoffwechsel als zu Beginn der Fernsehshow hatten. Sie waren in einem schlechten Zustand. Es war eine niederschmetternde Studie, denn sie lieferte die Botschaft, Abnehmen mit Sport und Hunger ist hoffnungslos.

 

Dave: Es ist hoffnungslos mit Hilfe des Sports schlank zu werden, und es ist hoffnungslos sich zu einer schlanken Figur zu hungern. Das ist nicht dauerhaft nachhaltig. Bei hungern gegen Übergewicht meldet das Ghrelin „Achtung Energiemangel“. Wenn man dick ist, spart  der Körper beim Energieverbrauch anstatt wie gewünscht, mehr zu verbrennen. Das Gehirn schickt die Botschaft „Energie speichern, Hungersnot“, auch wenn genügend körperliche Vorräte vorhanden wären. Energie bleibt im Fett gebunden und das Gehirn ist schlecht versorgt. Das Problem ist die Energieverteilung. Anstelle die vorhandene Energie zu nutzen, wird sie gespeichert, was zu einem Mangel führt, Hunger erzeugt, und ein wiederkehrendes Suchtverhalten zur Folge hat. Es ist ein teuflischer Kreislauf.

 

Mark: Die Studie bestätigte, dass das Konzept „weniger essen, mehr bewegen“, falsch ist. Die gesamte Biologie verlagert sich in Richtung Fettspeicherung, weil die Teilnehmer eine kohlenhydratreiche und fettarme Kost einnahmen. Uns sind die Abläufe bekannt und was man gegen Übergewicht tun sollte. Es ist besser von der Insulin-Kohlenhydrat-Theorie oder von der Hormonhypothese zu sprechen.

 

Dave: Das Problem ist auch, dass Menschen bei Ratschlägen zu Vereinfachungen neigen. Sie sagen: „Kohlenhydrate sind schlecht, Protein ist schlecht“. Oder der Gegensatz pflanzliche gegen animalische Kost. Dies macht keinen Sinn. Das ist genauso, wenn jemand sagt, „hat es Fett oder nicht“? Wenn Transfette oder Margarine enthalten sind, lass bitte die Finger von dieser Kost, auch wenn sie fettreich ist. Auch Maisöl, Canolaöl oder Sojaöl sind mit unserer Biologie nicht kompatibel.

 

Mark: Das Fett der Muttermilch enthält 25 % gesättigtes Fett. Es liefert den größten Teil des Fetts der Muttermilch. Wenn uns die Regierung sagt, wir sollen weniger als 10 % gesättigtes Fett essen, die Mutter Natur uns jedoch 25 % bereitstellt um einen neuen Menschen wachsen zu lassen, müssen wir da nicht den Kopf schütteln?

 

Dave: Was geschieht, wenn wir ein Baby vegan, also fettarm,  ernähren: verzögerte neurologische Entwicklung, mangelhafte Knochendichte. Es gibt Millionen von wohlmeinenden Eltern, die wegen ihrer Kinder das Fett in der Nahrung beschränken und ihnen dabei in Wirklichkeit schaden. Wenn man nicht genug dieser kritisierten Fette aufnimmt um  die Hormone zu stärken, schwächt das die nächste und die darauffolgende Generation. Wir sehen große Rückgänge in den Geburtenraten, was zum Teil daran liegt, – ich bin davon absolut überzeugt, – dass die Menschen zu viel von den falschen und zu wenig von den richtigen Fetten zu sich nehmen.

 

Mark: Es werden zu viel Zucker und verarbeitete Kohlenhydrate gegessen.

 

Dave: Das ist ein anderes großes Problem. Eltern fördern bei ihren Kindern mehr Obst zu essen. Obst ist voll von Zucker. Es besteht im Grunde aus süßem Wasser mit Spuren von Vitaminen und Ballaststoffen. Gemüse ist reich an Mineralstoffen, die man benötigt. Um den Stoffwechsel zu verändern wäre es besser mehr Gemüse zu essen und Obst zu verringern.

Mark: Was sagst du zum Fleisch? Ist es schädlich? Da gab es doch Berichte, die sagten, dass es das Krebsrisiko und die Sterblichkeit erhöhen würde. Es gibt Tierstudien, die auf die Auswirkungen von Fleischkonsum hinweisen. Dann gibt es die TMAO Thematik, die die Frage aufwirft, wie Fleisch unsere Darmbakterien beeinflusst. In vielen Meldungen wird empfohlen, weniger Fleisch zu essen.

(Darmbakterien bilden aus dem im roten Fleisch enthaltenen L-Carnitin den Stoff Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) – und dieser greift laut Experimenten mit Mäusen die Gefäße an.)

 

Dave: Iss kein Fleisch wenn es nicht von Weidetieren stammt oder biologisch gefüttert wurde. Es kommt auf die Qualität von Fleisch an und die meisten Menschen essen zu viel Fleisch. Hingegen ist es nicht gut, kein Fleisch und kein tierisches Fett zu essen. Es gibt sehr wenig gesunde vitale Veganer über 30.

Wir haben vorher darüber gesprochen, dass uns Antibiotika dick machen. Die Kühe bekommen Antibiotika, damit sie mit weniger Futter mehr Gewicht zulegen. Diese Antibiotika gelangen ins Essen und man nimmt zu obwohl man weniger isst.

Als Antwort auf  diese unangebrachte fettarme Ernährung reagieren viele Menschen so: „gut, es funktioniert nicht. Akzeptier, man wird immer weiter dick. Möglicherweise sollten wir weniger Kohlenhydrate und eine eher proteinreiche Kost anstreben“. Das Problem dabei ist aber, dass unser Körper auch aus überschüssiges Protein Zucker erzeugt.

 

Mark: Ja, wenn man mehr als nötig isst um die Muskeln zu erneuern, so ungefähr 30 Gramm pro Mahlzeit, stimmt das?

 

Dave: Ja, 30 Gramm pro Mahlzeit genügen für einen Durchschnittsmenschen, das sind 75 – 90 Gramm pro Tag. Das Problem ist aber, dass man das Steak von in Massentierhaltung gequälten Tieren isst, die mit Antibiotika, Mais- und Soja aufgefüttert wurden. Aus ethischen, umweltmäßigen und gesundheitlichen Gründen macht das keinen Sinn. Sprechen wir nicht darüber ober Fleisch an Sich gut oder schlecht ist, bevor man nicht weiß, womit das Fleisch erzeugt wurde. Vor 1950 wurden alle Tiere mit Gras gefüttert. Und wunderbarerweise entstanden bei diesen Völkern nicht die Probleme, die wir heute kennen.

 

Mark: Die Plains Indianer.

 

Dave: Sie kannten keine Herzkrankheiten.

 

Mark: Zu Beginn des Jahrhunderts hatten sie eine der höchsten pro Kopf Zahlen an Hundertjährigen unter allen Populationen und sie aßen Büffelfleisch. Das war ihre Hauptnahrung.

Ich habe meinen Körperaufbau getestet und erzielte weit bessere Werte als der Durchschnitt. Mein Körperfett betrug weniger als 50 % einer Durchschnittsperson. Die Reaktion: „Wir haben das noch nie zuvor gesehen, besonders bei einem Mann mit 56 Jahren“. Mein telomeres Alter, d.h. biologisches Alter, war 43, das ist 13 Jahre jünger als ich bin. Ich glaube, das ist deshalb, weil ich alle verarbeiteten Lebensmittel meide, wie Zucker, Mehl. Ich esse mehr Fett was die Zusammensetzung meines Körpers ändert.

 

Dave: Ging das auch ohne Mühe und Plage?

 

Mark: Genau, ich habe nicht darum gekämpft. Aber sagt uns nicht die Regierung, wir sollten weniger als 10 % gesättigtes Fett essen? Erhöht das gesättigte Fett nicht dein Cholesterin im Blut? Wie lassen sich diese Aussagen erklären?

 

Dave: Die Amerikanische Herzgesellschaft (AHA) hat gerade ihre Empfehlungen geändert. Jetzt sagt sie zum Cholesterin in der Nahrung, Zitat: „Ein Nährstoff ohne Bedeutung“. Und die Menschen hören die Botschaft nicht.

 

Mark: Aber was ist mit dem gesättigten Fett?

 

Dave: Gesättigtes Fett ist stabil. Es kann nicht leicht oxidieren. Maisöl, Sojaöl und andere ungesättigte Pflanzenöle oxidieren, wenn sie der Hitze, Luft oder Licht ausgesetzt sind. Daher sollte man nicht zu viel von diesen konsumieren.

Über das Blut werden sie in die Zellwände im Körper eingebaut. Wenn sie oxidiert sind erzeugen sie freie Radikale. Dadurch entstehen chronische Entzündungen. Um das Insulin effizient nutzen zu können, muss ein Rezeptor die Zellmembran durchdringen können. Wenn wir aber schlechtes Fett und Transfett essen und dieses in den Zellwänden eingelagert haben, können die Rezeptoren nicht mehr effektiv durchdringen.

 

Mark: Zellen können nicht miteinander kommunizieren.

 

Dave: Ja, und die Folge ist Insulinresistenz. Das ist keine nette Sache. Hingegen erzeugen gesättigte Fette, wenn sie nicht gehärtet sind, keine freien Radikale. Sie sind stabil. Sie sind Bausteine für Cholesterin und Hormone. Mehr stabilen Fette sind meine Strategie um Entzündungen im Körper zu reduzieren.

 

Mark: Aber die herrschende Ansicht ist, dass gesättigtes Fett mehr Entzündungen verursacht.

 

Dave: Ich glaube nicht, dass es dafür Fakten gibt.

 

Mark: Ich konnte auch keine finden.

 

Dave: Menschen, die nach der Bullet Proof Diet leben, befolgen Empfehlungen, den Zucker zu begrenzen und Gifte, die Entzündungen fördern zu vermeiden. Das Ergebnis ist eine schlagartige Verringerung von Entzündungsfaktoren. Alle Marker für Entzündungen, die im Gegensatz zu Cholesterin bessere Risikomarker für Herzkrankheiten sind, gehen bei den meisten Menschen nach unten.

 

Mark: Ich kenne eine Studie, in der den Menschen 50 % ihrer Kalorien in Form von gesättigtem Fett verabreicht wurden. Nicht nur, dass diese Menschen mehr fettfreie Körpermasse und weniger Körperfett hatten, sie hatten auch weniger Entzündungen und weniger oxidativen Stress. Ihre Triglyzeride sanken, ihr HDL stieg. Ihr LDL stieg zwar etwas an, aber die Partikelgröße nahm zu, was den guten Teil des LDL betrifft.

 

Eine andere ganz neue Studie war eine Metaanalyse, die ergab, dass ein Mehr an gesättigtem Fett ein Weniger an Schlaganfällen bedeutet. In wieder einer anderen Studie wurde gezeigt, dass die größte Menge an Nahrungsfett mit einem um 40 – 50 % geringeren Risiko für Diabetes korreliert.

 

Der letzte Nagel im Sarg was das Minnesota Coronary Experiment. Heute wäre das undenkbar, aber damals wurden 9 000 Patienten einer Nervenheilanstalt  je zur Hälfte mit gesättigtem Fett und  pflanzlichen Ölen ernährt. Es stellte sich heraus, dass diejenigen, die ihr Cholesterin durch pflanzliches Öl gesenkt hatten, die höchste Rate an Herzattacken aufwiesen.

 

Das Absenken des LDL durch pflanzliche Öle machte nichts besser. Mit der Oxidation vermehrten sich die Probleme. Diese Studie wurde buchstäblich begraben, weil sie allen Glaubenssätzen der Forscher widersprach. Sie wurde 40 Jahre lang nicht veröffentlicht.

 

Dave: Die Reduktion von Entzündungsfaktoren (verursacht durch Stress, Zucker, Fruktose, schlechte Fette usw.) und genug Cholesterin, hilft beim Muskelaufbau und senkt das Sterblichkeitsrisiko, vor allem, wenn das Cholesterin nicht zu gering ist.

 

Mark: Du hast keine Angst, wenn der Doktor sagt: „Ihr Cholesterin ist gestiegen“?

 

Dave: Wenn sich die Menschen auf eine fettreiche und kohlenhydratarme Ernährung umstellen, mit den richtigen Fetten, wenn die Leber Fett abbaut, dann steigt oft das Cholesterin an. Auch unsere Triglyzeride können in der ersten Zeit oder auch Monaten ansteigen. Erst später sieht man eine Veränderung.

Auch wenn das Cholesterin von 220 auf 270 ansteigt und es keine Anzeichen von Entzündungen gibt, ist das ein Zeichen von ausgezeichneter Lebensqualität.

 

Mark: Solange das HDL hoch und die Triglyzeride niedrig sind.

 

Dave: Ja, das ist absolut erforderlich.

 

Mark: Viele Menschen denken bereits außerhalb gewohnter Bahnen und achten auf Evidenz. Indem sie alte Ideen überwinden, sind sie Teil einer Bewegung, die Millionen von anderen Menschen als Vorbild und Hilfe dienen. Ich möchte dir wirklich danken für die Arbeit die du machst.

 

Dave: Vielen Dank. Und unterschätze nie die Macht dieser drei Worte: Butter, Speck und Kaffee.

 

Mark: Dass schmeckt gut, fühlt sich gut an, man ist nicht hungrig, das Gehirn arbeitet besser, man wird gelassener und verbessert das Sexualleben.

 

Dave: Ja.

 

Mark: Und das ist keine unlauterer Werbegag. Das ist gediegene Wissenschaft.

Der englische Text wurde zusammengefasst und ins Deutsche übersetzt von Robert Schönauer

Original:

https://heleo.com/conversation-the-science-behind-effortless-weight-loss/14105/?utm_source=Heleo+Newsletters&utm_campaign=f30ff641e1-EMAIL_CAMPAIGN_2017_05_09&utm_medium=email&utm_term=0_85eb2ca8d0-f30ff641e1-21388958

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